
Vetar
Eine Sammlung von Kurzgeschichten und humoristischen Texten des langjährigen Herausgebers der satirischen Zeitung "Jež", in denen menschliche Schwächen, gesellschaftliche Absurditäten und die Mentalität der Nachkriegszeit durch Satire, Ironie und humorvol
Vetar ist eine Sammlung humorvoller und satirischer Kurzgeschichten von Ljubiša Manojlović (1913–1991), einem Schriftsteller, Journalisten und langjährigen Herausgeber der Satirezeitung Jež. Als einer der bedeutendsten Autoren jugoslawischer humoristischer und satirischer Literatur verband Manojlović in seinen Werken journalistische Beobachtungsgabe, Humor und Gesellschaftskritik.
Die Geschichten der Sammlung kreisen um den Alltag und gewöhnliche Menschen. In einer Reihe kurzer, humorvoll gestalteter Situationen schildert der Autor menschliche Schwächen, Eitelkeit, Konformität, bürokratische Absurditäten und andere Phänomene, die für die Gesellschaft seiner Zeit charakteristisch waren. Der Humor entspringt den Figuren und den Umständen, während Ironie und Satire als Mittel zur kritischen Beobachtung sozialer Beziehungen dienen.
Vetar entstand in der Schaffensphase des Autors, in der er auch andere bemerkenswerte Werke wie Hijavatin Knot und den Roman Meteor sa žutom mašnom veröffentlichte. Die Sammlung spiegelt die grundlegenden Merkmale seines Schaffens wider: Kürze, klare Ausdrucksweise, eine Vorliebe für Humor und ein Interesse an gesellschaftlichen Themen.
Die Erstausgabe des Buches wurde von Dragan Savić illustriert, einem bedeutenden Karikaturisten, der mit der Tradition von Ošišani jež und Jež verbunden ist. Als einer der Vertreter des goldenen Zeitalters der serbischen Comics und späterer Schöpfer des Belgrader Maskottchens „dživdžan“ ergänzte Savić Manojlovićs satirischen Ausdruck mit seinen Illustrationen. Die Zusammenarbeit der beiden Künstler verbindet symbolisch literarischen Humor und Karikatur, zwei zentrale Formen der Gesellschaftskritik, die den Kreis um Jež prägten.
Heute ist Vetar nicht nur als Sammlung humoristischer Erzählungen interessant, sondern auch als Zeugnis eines wichtigen Kulturkreises, in dem Satire und Humor Raum für kritische Reflexion über die Gesellschaft boten. Diese Dimension ist besonders wichtig im Hinblick auf Manojlovićs späteres Schicksal: Nach politischen Angriffen im Jahr 1968 wurde er als Chefredakteur von Jež abgesetzt, und seine Werke wurden jahrelang unterdrückt und nur selten veröffentlicht.
Trotzdem blieb Manojlović einer der bedeutendsten Vertreter der jugoslawischen Satireliteratur, und Vetar zählt zu den repräsentativsten Werken seiner produktivsten Schaffensperiode.
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- Spuren von Patina





