
Lijepi običaji: Pogovori
Eine Sammlung ausgewählter Nachworte, die die Autorin während ihrer zehnjährigen Tätigkeit als Lektorin verfasst hat. Das Buch rundet diese Schaffensphase ab und präsentiert zehn Essays/Nachworte zu zeitgenössischen kroatischen Prosawerken.
In ihren Nachworten bleibt Julijana Matanović nicht auf einer neutralen, objektiven Ebene – sie bringt Persönlichkeit, Subjektivität und eine intime Beziehung zum Text ein und wird so zu einer Pionierin der „persönlichen Kritik“ in der kroatischen Literatur. Über die Bücher anderer zu sprechen, bedeutet auch, über sich selbst, die eigenen Erfahrungen, Erinnerungen und Werte zu sprechen. Der Stil ist warmherzig, einfühlsam, mitunter lyrisch, und legt Wert auf die emotionale und ethische Dimension der Literatur.
Das Buch enthält Nachworte zu Werken folgender Autoren (nach verfügbaren Daten und Schlagwörtern):
– Nedjeljko Fabrio („Bereniks Haar“), – Viktor Vida („Die geöffnete Truhe“), – Vinko Bogišić (Pseudokritiker), – Theresia Moho (Kindheit und Schicksal des Volksdeutschen), – weitere zeitgenössische Prosaautoren (Historienprosa, Autobiografie, intime Prosa).
Die Autorin behandelt Themen der zeitgenössischen kroatischen Prosa: historischer Roman, Autobiografie, das Schicksal des Einzelnen in turbulenten Zeiten (z. B. das Schicksal der Deutschen in Kroatien nach dem Krieg), Identität, Erinnerung, die weibliche Stimme und ethische Fragen der Literatur. Sie betont insbesondere die Bedeutung eines respektvollen Umgangs mit dem Lesen und Schreiben – eine subtile, humane Herangehensweise an den Text, die nicht urteilt, sondern versteht und offenbart.
Die Gespräche zeichnen sich durch eine besondere Atmosphäre aus: eine Mischung aus Gelehrsamkeit, persönlichem Bekenntnis und literarischer Analyse. Matanović lobt die Kraft des Erzählens, die Authentizität der Stimme, den Widerstand gegen Stereotype und die Fähigkeit der Literatur, vergangene Traumata zu heilen.
Das Buch ist ein wichtiger Beitrag zum kroatischen literarischen Essayismus der 1990er und 2000er Jahre – das Zeugnis einer Kritikerin, die Literatur als Dialog der Seelen und das Gespräch als intimen, aber öffentlichen Akt der Dankbarkeit gegenüber Autor und Leser versteht.
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