
Bela
Goran Samardžić (geb. 1961 in Sarajevo), Dichter, Prosaautor und Mitinhaber von Buybook, veröffentlichte 2020 die Sammlung Bela – ein intimes, elegisches und klares Buch, das seiner kürzlich verstorbenen Mutter Bela gewidmet ist.
Der Titel „Bela“ ist nicht nur der Name der Mutter, sondern auch ein Symbol für Reinheit, Verlust und die Farbe Weiß (wie Schmerz, Schnee, Tod, Leere). Die Sammlung ist ein lyrisches Abschiedstagebuch: Die Gedichte entstanden in Momenten großer Umbrüche – dem Tod der Mutter, dem Altern, der existenziellen Krise. Samardžić schreibt über die Krankheit seiner Mutter, die letzten Tage, Kindheitserinnerungen, Sarajevo in den 90er-Jahren und die Nachkriegszeit, indem er sie „aus dem Buch der Lebenden und ins Buch der Toten“ schreibt.
Der Stil ist präzise, ohne Pathos – Humor und Trotz gegenüber dem Altern (die jugendliche Seite der Angst) vermischen sich mit Traurigkeit, Ironie und subtiler Zärtlichkeit. Die Gedichte sind kurz, rhythmisch, mit einem Hauch von schwarzem Humor und existenzieller Klarheit – ein Abschied, der frei ist von der vorherrschenden Tendenz, im Schmerz „außergewöhnliche Stärke“ zu demonstrieren.
Kritiker heben hervor, dass dies eine von Samardžićs ergreifendsten und reifsten Gedichtsammlungen ist – ein Porträt einer Mutter, aber auch ein Selbstporträt eines Dichters, der sich mit Tod, Vergänglichkeit und Erbe auseinandersetzt. Das Buch wurde auf der Bookstan 2020 präsentiert und als Höhepunkt seines lyrischen Schaffens gefeiert – eine stille, tiefgründige und heilsame Elegie für eine Mutter und eine verlorene Welt.
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