
Omer-paša Latas u Bosni 1850.–1852.
Omer-paša Latas in Bosnia 1850–1852 ist eine historische Monographie des bosnisch-herzegowinischen Schriftstellers, Dramatikers und Publizisten Ahmed Muradbegović (1898–1977), die 1944 von Matica Hrvatska veröffentlicht wurde.
Muradbegović, bekannt für seine Dramen über das bosnische Leben (Auf Gottes Pfad, Liebe im Gebirge) und seinen späteren Roman Stolz (posthum 2004), wendet sich hier der historischen Prosa zu: Das Buch ist ein prägnanter, leicht verständlicher Bericht über das zweijährige Mandat von Omer Pascha Latas (Mihailo Latas, 1806–1871) in Bosnien – einem gebürtigen Serben, der zum Osmanischen Reich überlief, wo er zu einem der umstrittensten und zugleich einflussreichsten osmanischen Militärführer und Reformer wurde.
Die Handlung konzentriert sich auf die Jahre 1850–1852, als die Hohe Pforte Omer Pascha entsandte, um Bosnien zu „befrieden“: Aufstände niederzuschlagen, den Widerstand lokaler Beys und Aghas (muslimischer Führer) zu brechen, die zentralisierenden Reformen der Tanzimat umzusetzen und die Macht des Sultans zu festigen. Der Autor beschreibt Latas als einen skrupellosen, aber effizienten „Säuberer“ – einen Mann, der systematisch bosnisch-muslimische Eliten beseitigte (Hinrichtungen, Verfolgungen, Enteignungen), was den Beginn einer langfristigen Schwächung der traditionellen bosnischen Aristokratie markierte. Das Buch schildert Konflikte, Verhandlungen und Feldzüge (z. B. gegen die Rebellen in der Herzegowina und in Posavina), aber auch einen breiteren Kontext: Widerstand gegen Reformen, die Rolle der christlichen Bevölkerung, die Bedeutung von Propaganda und interne Spaltungen.
Muradbegović schreibt aus der Perspektive eines bosnischen Muslims des 20. Jahrhunderts – mit einer gewissen Kritik an der osmanischen Zentralisierung, die die lokale Autonomie schwächte, aber auch mit Verständnis für die Notwendigkeit von Reformen in der Zeit des Niedergangs des Osmanischen Reiches. Der Text ist erzählerisch, lebendig und mit narrativen Elementen (Dialogen, Anekdoten) angereichert; illustriert wird er durch Porträts, Landschaftsdarstellungen und historische Berichte. Es handelt sich nicht um eine trockene Geschichtsschreibung, sondern um eine populärwissenschaftliche Darstellung, die das Interesse an der bosnischen Vergangenheit während des Krieges und der Nachkriegszeit wecken sollte.
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