
Stanje redodržave Bosne Srebrene
Ein historischer Überblick über Organisation, Aktivitäten und Krisen des Ordens des Staates Silbernes Bosnien im 18. und 19. Jahrhundert mit Schwerpunkt auf der Rolle der Franziskaner im sozialen, kulturellen und politischen Leben Bosniens. Nachdruck von
Martin Nedićs „Der Zustand des Ordens von Bosnien-Srebrena“ ist eines der Schlüsselwerke zum Verständnis der Geschichte der Franziskanerprovinz Bosnien-Srebrena und ihrer Stellung im breiteren sozialen und politischen Kontext des Osmanischen Reiches und der frühen Neuzeit in Bosnien. Nedić, selbst Franziskaner und Historiker, schreibt aus der Innenperspektive – als Experte für das Ordensleben, aber auch als Zeitzeuge der Spannungen und Veränderungen, denen die Provinz ausgesetzt war.
Das Buch konzentriert sich auf die Organisation des Ordens, seine spirituellen und organisatorischen Grundlagen, seine Leitung, die Beziehungen zwischen den Klöstern und die Herausbildung der Identität der bosnischen Franziskaner. Neben der Analyse interner Angelegenheiten – religiöse Disziplin, Bildung, Beziehungen zwischen Provinzialen und Klöstern – befasst sich der Autor auch mit den breiteren sozialen Umständen, die das Leben der Gemeinschaft prägten. Er widmet den Beziehungen zu den osmanischen Behörden, der Abhängigkeit von den Ahdnams, dem Rechtsstatus der Franziskaner und ihrer Rolle als Vermittler zwischen der christlichen Bevölkerung und der muslimischen Verwaltung besondere Aufmerksamkeit.
Nedić beschreibt auch die verschiedenen Krisen, die den Orden erschütterten: vom Rückgang der Mönchszahlen über interne Konflikte bis hin zum zunehmenden wirtschaftlichen und politischen Druck gegen Ende der osmanischen Herrschaft. Gleichzeitig schildert er die umfangreiche Seelsorgetätigkeit der Franziskaner, ihr Engagement für Bildung, Alphabetisierung, sakrale Kunst und den Erhalt des kulturellen Erbes in oft sich selbst überlassenen Gemeinden.
Das Werk liefert zudem wertvolle Einblicke in den Alltag: die Lebensbedingungen in den Klöstern, die Reisen der Missionare, die Beziehungen zu Gläubigen und lokalen Würdenträgern. Nedićs Stil ist dokumentarisch, mitunter aber auch polemisch, was dem Buch Lebendigkeit und eine persönliche Note verleiht.
Diese Ausgabe bietet dem modernen Leser einen Einblick in die prägende Zeit der bosnischen Franziskaner und ihre Rolle bei der Bewahrung der kulturellen und religiösen Identität und ist damit eine unverzichtbare Quelle für Historiker und Forscher zu Bosnien und Herzegowina.
Angeboten wird ein Exemplar





