
Preporoditelj prirode: Život Mičurina
Eine romantisierte Biografie des großen russischen Pflanzenzüchters Iwan Mitschurin, der jahrzehntelang die Natur mit neuen Obstsorten „veränderte“. Ein sowjetisches Standardwerk der populärwissenschaftlichen Literatur in kroatischer Übersetzung.
Das Buch ist ein romantisch-biografischer Roman über das Leben und Werk von Iwan W. Mitchin (1855–1935), einem legendären russischen Gärtner, Pflanzenzüchter und Naturveränderer. Der Autor, Wjatscheslaw A. Lebedew, ein sowjetischer Schriftsteller, der Mitchin persönlich kannte, schildert ihn als genialen Autodidakten, der jahrzehntelang in seinem bescheidenen Garten in Koslow (dem heutigen Mitchinsk) Hunderte neuer, widerstandsfähigerer und ertragreicherer Obstbaumsorten kreuzte und schuf, die an das raue russische Klima angepasst waren.
Lebedew beschreibt anschaulich Mitchins schwieriges Leben: Armut, Unverständnis für die Umwelt, beharrliche Experimente, Misserfolge und schließlich Erfolge. Das Buch ist im typisch sowjetischen Geist geschrieben – Mitchin wird als heldenhafter Kämpfer für eine bessere Zukunft dargestellt, als ein Mann, der nicht auf Gaben der Natur wartet, sondern sie sich nimmt. Das Werk verherrlicht die Idee, dass der Mensch die Natur aktiv verändern und verbessern kann, was der offiziellen sowjetischen Doktrin (insbesondere der Biologie von Michurin und Lysenko) in der Nachkriegszeit hervorragend entsprach.
In Kroatien (und Jugoslawien) erschien das Buch 1946, in der Zeit des stärksten sowjetischen Einflusses nach dem Zweiten Weltkrieg. Es war Teil der umfassenderen Propaganda für „fortschrittliche sowjetische Wissenschaft“ und richtete sich an ein breites Publikum – von Jugendlichen bis zu Erwachsenen –, um die Idee der Wissenschaft im Dienste der Bevölkerung und der Landwirtschaft zu popularisieren.
Der Stil ist lebendig, erzählerisch und inspirierend, mit vielen Beschreibungen der Natur, des Gärtnerns und Michurins unermüdlicher Beharrlichkeit. Heute wird das Buch auch als interessantes historisches Dokument einer Zeit gelesen – einer Zeit, in der Michurin das Idol der sowjetischen Agrarbiologie war und seine Ideen (insbesondere die von Lysenko) noch nicht auf harsche wissenschaftliche Kritik stießen.
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