
New Yorker Legende
Eine Sammlung von Erzählungen von Louis Bromfield über das Leben, den Ehrgeiz und exzentrische Charaktere im New York der 1920er Jahre. Witzige, nostalgische und satirische Darstellungen der amerikanischen Metropole.
New Yorker Legends (der deutsche Titel von Louis Bromfields Kurzgeschichtensammlung) enthält eine Reihe von Kurzgeschichten und Skizzen aus dem New Yorker Leben der 1920er-Jahre, der Zeit, als Bromfield ein junger, aufstrebender Schriftsteller war. Bromfield (1896–1956), Pulitzerpreisträger, arbeitete damals als Journalist und Literaturkritiker in New York, bevor er auf eine Farm in Ohio zog. Die Sammlung spiegelt seine Erfahrungen als Mitglied der Verlorenen Generation wider – einer Generation amerikanischer Schriftsteller, die ein turbulentes Leben in der Großstadt führten.
Die Geschichten präsentieren vielfältige Charaktere: angehende Journalisten, exzentrische Künstler, reiche Erben, Einwanderer und gewöhnliche New Yorker. Bromfield fängt den Rhythmus der Metropole meisterhaft ein – Geschwindigkeit, Chaos, Pracht und Elend. Einige Geschichten sind humorvoll und satirisch (Kritik am Kleinbürgertum, an falschem Glanz und am amerikanischen Traum), andere nostalgisch und melancholisch. Der Autor zeigt die Gegensätze New Yorks auf: den Reichtum der Wall Street im Gegensatz zu den Slums, den Glamour des Broadway und die Einsamkeit in der Masse.
Der Stil ist typisch für Bromfield – lebendig, dynamisch, mit ausdrucksstarken Dialogen und präzisen Beschreibungen. Als realistischer Erzähler hält er die Details des Alltags fest: Restaurants, Theater, Bürogebäude, Parks. Die Geschichten enden oft überraschend oder enthalten ironische Wendungen, typisch für die amerikanische Kurzgeschichtentradition (O. Henry, Ring Lardner).
Die Sammlung ist wichtig, weil sie Bromfield vor seiner Zeit auf der Malabar Farm zeigt. In New York war er Teil der Literaturszene und freundete sich mit Schriftstellern wie Scott Fitzgerald und Ernest Hemingway an. Die Geschichten spiegeln den Geist der Goldenen Zwanziger wider – Wohlstand, Hedonismus und die verborgenen Krisen, die in der Weltwirtschaftskrise gipfeln sollten.
„New Yorker Legends“ ist eine unterhaltsame und stets aktuelle Sammlung: eine Kritik an Oberflächlichkeit, Ehrgeiz und gesellschaftlichen Masken. Bromfield zeigt, dass hinter dem Glanz der Großstädte einsame Menschen auf der Suche nach Sinn leben. Das Buch ist ein wertvolles Dokument einer Ära und von Bromfields Frühwerk.
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