
Tamna noć
Der Klassiker der christlichen Mystik, Johannes vom Kreuz, beschreibt den Prozess der spirituellen Reinigung der Seele, in dem diese, nachdem sie innere Finsternis und scheinbare Verlassenheit durchlaufen hat, die vollkommene Vereinigung mit Gott erreicht
Das Werk „Die dunkle Nacht“ des spanischen Mystikers und Kirchenlehrers Johannes vom Kreuz zählt zu den bedeutendsten Werken der westlichen spirituellen und mystischen Literatur. Das Buch entstand als theologische und erfahrungsorientierte Interpretation der Verse des Autors und beschreibt den tiefgreifenden Prozess der spirituellen Wandlung, den die Seele auf dem Weg zur vollkommenen Vereinigung mit Gottes Liebe durchlaufen muss. Johannes vom Kreuz unterteilt das Konzept der „dunklen Nacht“ in zwei grundlegende Phasen: die Nacht der Sinne und die Nacht des Geistes. In der ersten Phase befreit sich die Seele von der Anhaftung an die materielle Welt und sinnliche Genüsse. In der zweiten, viel tieferen und schmerzhafteren Phase – der Nacht des Geistes – durchlebt der Mensch ein Gefühl des völligen Verlusts der Gegenwart Gottes, spirituelle Trockenheit und innere Leere. Der Autor erklärt, dass dieses Leiden keine Strafe Gottes ist, sondern eine notwendige Reinigung und Wandlung, die Stolz und Unvollkommenheiten beseitigt. Durch hervorragende lyrische Ausdruckskraft und präzise theologische Analyse bietet Dark Night allen, die mit inneren Krisen konfrontiert sind, spirituelle Ermutigung und Orientierung und zeigt, dass die Dunkelheit lediglich eine Übergangsphase ist, die zur Überwindung des eigenen Selbst und zum Eintritt in das göttliche Licht führt.
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