
Osman
In seinem Epos feiert Osman Gundulić den Sieg des christlichen Heeres in der Schlacht von Hotin (1621) und den Sturz von Sultan Osman II. Mithilfe historischer und allegorischer Motive verherrlicht der Dichter Freiheit, Gerechtigkeit und Gottes Vorsehung
Osman ist das berühmteste Epos von Ivan Gundulić, das Anfang des 17. Jahrhunderts in Dubrovnik in 20 Gesängen entstand. Das Werk behandelt ein historisches Ereignis: die Niederlage der türkischen Armee in der Schlacht von Hotin im Jahr 1621. Der junge Sultan Osman II. hatte versucht, die Macht des Osmanischen Reiches auszudehnen, erlitt jedoch aufgrund seiner eigenen Arroganz und der Uneinigkeit seiner Soldaten einen Rückschlag.
Im Zentrum des Epos steht der Konflikt zwischen Gut und Böse, Freiheit und Tyrannei. Gundulić, geprägt von einer barock-christlichen Weltanschauung, schildert den Sieg der göttlichen Gerechtigkeit über die Mächtigen dieser Welt. Osman, obwohl mächtig, wird Opfer seines eigenen Stolzes, während die polnischen und christlichen Helden Mut, Ehrlichkeit und Glauben an Gottes Willen verkörpern.
Einer der bekanntesten Teile des Epos ist das Loblied auf die Freiheit („O liepa, o draga, o slatka slobodo“), in dem der Dichter eine tiefgründige patriotische und moralische Botschaft zum Ausdruck bringt. In dieser poetischen Vision ist Freiheit nicht nur ein politischer, sondern auch ein spiritueller Wert, der den Menschen erst wahrhaft menschlich macht.
Das Epos ist in gereimten Oktaven verfasst und zeichnet sich durch reiche Metaphern, barocke Kontraste, Rhythmus und einen feierlichen Stil aus. Zwei Gesänge sind verloren gegangen, doch auch ohne sie bleibt Osman ein grundlegendes Werk der kroatischen Barockliteratur und eines der wichtigsten Nationalepen, das historische Themen mit moralischer Erhabenheit verbindet.
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