
Kuća na osami
Eine posthum erschienene Sammlung von Erzählungen Ivo Andrićs, in der der Autor – inmitten der Einsamkeit des Sarajevoer Stadtviertels Alifakovac – die außergewöhnlichen Schicksale von Passanten, Exzentrikern und tragischen Gestalten aus der Vergangenheit
Die 1976 – ein Jahr nach dem Tod des Autors – posthum erschienene Erzählsammlung The House in Isolation (Kuća na osami) von Ivo Andrić zählt zu den intimsten und stilistisch ausgefeiltesten Werken des Nobelpreisträgers. Der Rahmen der Erzählung ist in einem alten Haus auf dem Hügel Alifakovac in Sarajevo angesiedelt. Von diesem Ort der Abgeschiedenheit und Beobachtung aus ruft der Erzähler lautlos Gestalten der Vergangenheit herbei; sie erscheinen ihm wie Geister und verlangen, dass ihre bruchstückhaften, tragischen und verdrängten Schicksale erzählt werden. Anhand einer Reihe von Porträts – darunter Figuren wie Ali-Pascha, Bonval-Pascha, der Zigeuner Geza, Baron Gautsch sowie diverse andere Randfiguren oder historische Persönlichkeiten – stellt Andrić erneut seine meisterhafte Fähigkeit unter Beweis, in die menschliche Psyche einzutauchen. Jede Figur trägt ihr eigenes inneres Drama, ein Gefühl sozialer Entfremdung sowie die Diskrepanz zwischen ihren Wünschen und einer harten Realität in sich. The House in Isolation ist zugleich Andrićs poetisches Vermächtnis. Darin reflektiert der Autor über das Wesen des literarischen Schaffens, das Verhältnis zwischen Schriftsteller und seinen Figuren sowie die Kraft der Erinnerung, den Einzelnen vor dem Vergessen zu bewahren. Verfasst in einem unverwechselbaren, ruhigen und nachdenklichen Stil, rundet dieses Werk Andrićs reiches erzählerisches Gesamtwerk ab.
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