
Al Hakima: francuska liječnica u Jemenu
Ein autobiografischer Reisebericht der französischen Ärztin Claudia Fayein über ihre Zeit im Jemen in den 1950er Jahren; dort behandelte sie die lokale Bevölkerung einer traditionellen Gesellschaft und erwarb sich den Beinamen *Al Hakima* (Die Ärztin).
Die Memoiren und der Reisebericht Al Hakima (erschienen in kroatischen bzw. serbischen Ausgaben, etwa jener von 1965) der französischen Ärztin und Ethnologin Claudie Fayein bieten eine faszinierende Schilderung ihrer Arbeits- und Lebensjahre im Jemen der 1950er Jahre. In einer Zeit, als der Jemen ein außerordentlich isoliertes, abgeschottetes und feudales Königreich unter der Herrschaft eines Imams war, gehörte Dr. Fayein zu den wenigen westlichen Frauen, denen die Einreise und die Ausübung ihres Berufs in diesem Land gestattet wurden. Unter dem Namen „Al Hakima“ (einem arabischen Begriff für eine weise Frau oder Ärztin) beschreibt die Autorin aus erster Hand die Herausforderungen beim Aufbau einer modernen medizinischen Versorgung in einer Gesellschaft, die von jahrhundertealten Traditionen, Aberglauben und strengen religiösen Regeln geprägt war. Besonders eindrücklich sind ihre Schilderungen des Lebens jemenitischer Frauen in der Abgeschiedenheit des Harems – Räume, zu denen sie als Ärztin einen einzigartigen und privilegierten Zugang hatte. Über den medizinischen Aspekt hinaus vermittelt das Buch außergewöhnliche ethnologische und gesellschaftliche Einblicke. Claudie Fayein schreibt mit tiefem Respekt und Einfühlungsvermögen über die jemenitische Bevölkerung und schildert detailliert deren Bräuche, Alltag, Architektur und Kultur. Das Werk bleibt ein herausragendes historisches Zeugnis des Jemen in der Zeit unmittelbar vor der Modernisierung und den politischen Umbrüchen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
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