
Tristram Shandy
Ein Meisterwerk der europäischen Literatur und ein Vorläufer des modernen Romans, in dem der Erzähler – durch endlose Abschweifungen, Humor und persönliche Reflexionen – versucht, sein eigenes Leben zu schildern, ohne dabei jedoch jemals ganz ans Ziel zu
Laurence Sternes Tristram Shandy zählt zu den ungewöhnlichsten, geistreichsten und einflussreichsten Werken der Weltliteratur. Der im 18. Jahrhundert als experimentelle Antwort auf klassische Erzählformen verfasste Roman präsentiert die vermeintliche Autobiografie seines Titelhelden. Doch statt einer chronologischen Lebensbeschreibung erwartet den Leser ein schillerndes Feuerwerk aus Assoziationen, Abschweifungen, Anekdoten und philosophischen Betrachtungen des Autors. Der Erzähler Tristram verliert sich derart in der Schilderung seiner eigenen Zeugung, familiärer Eskapaden und theoretischer Erörterungen zu den unterschiedlichsten Themen, dass die eigentliche Geburt des Protagonisten erst in den späteren Bänden des Romans stattfindet. Durch eine ganze Galerie unvergesslicher, exzentrischer Figuren – etwa seinen Vater Walter mit dessen fixen Ideen, Onkel Toby, der von militärischen Befestigungsanlagen besessen ist, oder Corporal Trim – parodiert Sterne auf brillante Weise sowohl konventionelle literarische Formen als auch die menschliche Natur. Indem er die lineare Erzählweise aufbricht, Techniken des „Bewusstseinsstroms“ (stream of consciousness) einsetzt, mit grafischen Elementen experimentiert und sich der Selbstironie bedient, nimmt Tristram Shandy – seiner Zeit um Jahrhunderte voraus – sowohl die Moderne als auch die Postmoderne vorweg. Diese Ausgabe aus dem Jahr 1964 ist ein beliebter Klassiker geblieben, der Leser bis heute mit seinem zeitlosen Witz, seinem Humor und seiner erzählerischen Freiheit begeistert.
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