
Ukrajinski Karpati: Etnogeneza, arheologija, etnologija
Die Sammlung bildet eine interdisziplinäre Brücke zwischen ukrainischer und kroatischer Wissenschaft und fördert vergleichende Forschungen zu slawischen Migrationen. Sie präsentiert die Karpaten als einen „lebendigen Archipel“, der Ost und West verbindet
Die Sammlung ist das Ergebnis einer Kooperation zwischen dem Lehrstuhl für Ukrainische Sprache und Literatur der Geistes- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Zagreb, dem Institut für Ethnologie der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine in Lwiw und der Nationalen Iwan-Franko-Universität in Lwiw. Sie enthält Übersetzungen (aus dem Ukrainischen) von Werken bedeutender ukrainischer Wissenschaftler (Ethnologen, Archäologen, Anthropologen, Historiker), studentische Übersetzungen aus dem Ukrainistikstudium sowie eine Einführung des Herausgebers Jewgeni Paschenko mit dem Titel „Die Karpaten kennenlernen“.
Ziel ist ein interdisziplinärer Zugang zu den ukrainischen (östlichen) Karpaten als Schlüsselzone der Ethnogenese der Ostslawen, mit besonderem Fokus auf die Verbindungen zur kroatischen Ethnogenese (Weißkroaten, Migrationen, vergleichende Forschung). Das Buch thematisiert die Notwendigkeit einer vergleichenden Untersuchung ukrainischen und kroatischen Materials – ethnischer, historischer und kultureller Strömungen Mittel- und Südosteuropas.
Haupteinheiten und Themen:
Ethnogenese: Protoslawische Wanderungen (5.–9. Jahrhundert), die Rolle der Karpaten bei der Entstehung ostslawischer Stämme (Weißkroaten, Duleben, Tivertsen), Vermischung mit der einheimischen Bevölkerung (Daker, Kelten, Thrakisch-Daker, Sarmaten), Kontinuität von der Kiewer Rus zum galizisch-wolhynischen Staat. Die „belarussische“ Frage und ihre Rolle in der Balkanwanderung werden insbesondere erörtert.
Archäologie: Überblick über die Schichten vom Neolithikum (Trypil-Kultur) über die Lausitzer, Skythen, Tschernihiwer, Penkiwer und Prager Kultur bis hin zu frühmittelalterlichen Siedlungsstätten (z. B. Stiljsko – eine der größten in Europa, 8.–10. Jahrhundert, verbunden mit den Weißkroaten). Festungen, Gräber, Steinheiligtümer („Gottesberg“) und die Kontinuität der Bevölkerung werden analysiert.
Ethnologie: Eine eingehende Analyse der Subethnien der ukrainischen Hochlandbewohner – Huculi, Bojki, Lemki (und teilweise Doljnjaci, Pidhirjaci). Beschrieben werden traditionelle Tierhaltung, Holzarchitektur (Kirchen, Häuser), Folklore (Kolomijka, Trembita, polyphoner Gesang), Bräuche (Mittsommerfest, Weihnachtsrituale), Mythologie, Dämonologie, Stickerei, Schnitzerei und der griechisch-katholische Glaube. Schwerpunkt ist die Bewahrung archaischer proto-slawischer Elemente und die Auseinandersetzung mit Identitätsfragen (Rusinismus, Deportationen der Lemaken 1947).
Wichtigste vertretene Autoren (laut NSK, KGZ-Katalogeinträgen und verwandten Quellen):
Stepan Pavlyuk (Ethnologe, Institut für Ethnologie der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine) – Arbeiten zur Ethnogenese und Ethnologie der Karpaten, Subethnien (Huculi, Bojki, Lemki).
Dmytro Vortman (Archäologe) – Beiträge zu archäologischen Schichten, Wallburgen (z. B. Stiljsko) und frühmittelalterlichen Stätten.
Mykola Kosmina (oder Varianten von Kosmyna) – Texte zu Migrationen, protoslawischen Kulturen und Siedlungskontinuität.
Jewgeni Paschenko – Herausgeber und Autor der Einführungsstudie „Die Karpaten kennenlernen“ sowie vermutlich einiger Kommentare/vergleichender Abschnitte zu den kroatisch-ukrainischen Beziehungen (Weißkroaten).
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