
Dalge (priča na sklapanje)
Dalge (eine gefaltete Geschichte) von Refik Ličina ist eine Sammlung kurzer Prosatexte – eine lyrisch fragmentierte Chronik von Novi Pazar, der Stadt, in der der Autor bis 1992 lebte, bevor er nach Schweden (Lund) ins Exil ging.
Der Titel „Dalge“ (Plural des türkischen Wortes „Dalga“ – Welle) symbolisiert die Wellen der Erinnerungen, Gefühle und des Alltags, die sich in Fragmenten brechen: Straßenszenen, Gespräche, Erinnerungen, Gerüche, Geräusche und Menschen – von Avda und den Straßenfiguren bis hin zu intimen Momenten und gesellschaftlichen Umbrüchen.
Das Buch ist kein klassischer Roman und keine Kurzgeschichtensammlung, sondern eine „Geschichte zum Zusammensetzen“ – ein Mosaik aus kurzen Texten, Tagebucheinträgen, Reportageskizzen und poetischen Miniaturen. Die Autorin beschwört Novi Pazar in den 80er- und 90er-Jahren herauf: Viertel, Moscheen, Cafés, die Schatten des Krieges, die Sehnsucht nach dem Exil und eine subtile Kritik am Wandel. Die Prosa ist schlicht, melancholisch, reich an Bildern und Gerüchen – eine Verbindung von Intimem und Sozialem, Vergangenheit und Gegenwart.
Ličina (geb. 1956 in Radmanci, Montenegro) schreibt über Identität, Entwurzelung, Sprache und Erinnerung – die Stadt wird zum Universum kleiner Schicksale. Das Buch wird als lyrisches Porträt Sandžaks und seiner Exilerfahrung geschätzt, mit einem Hauch von Humor und Melancholie. Es zählt zu den Schlüsselwerken seines Kurzprosa-Œuvres (neben „Gewächshäuser“, „Angst vor Behar“ und „Fische im Brunnen“).
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