
Isus i moja sjena
„Jesus und mein Schatten“ (1934) ist Nikola Šops bekannteste Gedichtsammlung. Der Dichter vermenschlicht Jesus auf intime Weise und lässt ihn in den Alltag der Armen, die Natur und die alltäglichen Dinge einfließen. Im Geiste des Franziskanerordens feiert
Nikola Šop (1904–1982) zählt zu den originellsten Gestalten der kroatischen religiösen Dichtung. Der Gedichtband Jesus und mein Schatten (1934) markiert den Höhepunkt seiner frühen, intimen Schaffensphase und ist eines der bedeutendsten Werke kroatischer spiritueller Lyrik des 20. Jahrhunderts.
Šop entwickelt die Poetik eines „keuschen Katholizismus“ – schlicht, schmucklos und dem franziskanischen Geist nahe. Jesus Christus erscheint hier nicht als erhabener, ferner Gott, sondern als Freund und Weggefährte des einfachen Mannes. Der Dichter verankert ihn im Alltag: Jesus liest Zeitung, geht mit Armen spazieren, speist in einer Wirtsstube und fühlt mit dem Leid der einfachen Leute.
Der Band verströmt eine pastorale Atmosphäre – Motive sind Natur, kleine Gegenstände, Kinder, Tiere und die Armen. Das lyrische Thema ist der „arme Sohn“, der in Jesus einen Bruder findet. Die Poesie ist besinnlich, sanft, voller stiller Freude und Mitgefühl und kritisiert die entfremdete moderne Zivilisation der Maschinen.
Der Stil ist von außergewöhnlicher Schlichtheit, Leichtigkeit und Musikalität, in einer ungekünstelten, volkstümlichen Sprache. Šops Religiosität ist erfahrungsbezogen und existenziell, inspiriert von Franz von Assisi und dem französischen Dichter Francis Jammes.
Jesus und mein Schatten ist nach wie vor Šops populärstes Buch, da es tiefe Spiritualität mit Wärme und Zugänglichkeit verbindet. Gedichte wie „Jesus liest die Zeitung“ symbolisieren die Botschaft, dass Heiligkeit im Stillen des Alltags verborgen liegt. Das Werk bleibt eine Oase der Ruhe in der heutigen lauten Welt.
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