
Veština pamćenja
Das Werk „Die Kunst des Erinnerns“ (1966), eines der bedeutendsten Werke der Geistesgeschichte, untersucht die Geschichte der Mnemotechnik vom antiken Griechenland und Rom über das Mittelalter und die Renaissance bis hin zu ihrem Einfluss auf Wissenschaft
Das Buch ist eine bahnbrechende Studie, die aufzeigt, wie wichtig künstliches Gedächtnis (Mnemotechnik) vor der Erfindung des Buchdrucks war. Es basiert auf einem System von Orten (loci) und Bildern (imagines): Der Redner oder Gelehrte stellt sich ein bekanntes architektonisches Bauwerk (Haus, Theater, Stadt) vor und platziert darin lebhafte, emotional aufgeladene Bilder, die das zu Erinnernde repräsentieren.
Yates zeichnet die Entwicklung dieser Technik vom antiken Griechenland (der Legende von Simonides von Keos) über römische Rhetoriker (Cicero, Quintilian) und mittelalterliche Scholastiker (Thomas von Aquin) bis hin zur Renaissance nach. Zu den bedeutendsten Renaissance-Denkern zählen Giulio Camillo mit seinem Theater des Gedächtnisses, Ramon Llull mit seinem System und Giordano Bruno, der die Mnemotechnik zu einem okkulten, hermetischen und magischen System zur Erlangung universellen Wissens weiterentwickelte.
Das Buch zeigt, dass die Kunst des Erinnerns weit mehr war als bloßes Auswendiglernen – sie beeinflusste Literatur (Dante), Theater (Shakespeares „Globus“), Philosophie, Wissenschaft und okkulte Traditionen tiefgreifend. Yates verknüpft den Niedergang dieser Kunst mit dem Aufkommen der wissenschaftlichen Methode im 17. Jahrhundert (Leibniz u. a.).
Das Werk ist äußerst lesbar und besticht durch profunde Gelehrsamkeit und originelle Einsichten. Es ist zu einem Klassiker geworden und hat ein neues Forschungsfeld in der Kultur- und Geistesgeschichte eröffnet. Es hat die Psychologie, die Wissenschaftsgeschichte, die Literaturtheorie und das heutige Interesse an Mnemotechniken (Gedächtnispalast) beeinflusst.
In Kroatien hat das Buch die Aufmerksamkeit all jener auf sich gezogen, die sich für Renaissance, Hermetik und Ideengeschichte interessieren. Es gilt als Meisterwerk der Geistesgeschichte des 20. Jahrhunderts.
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