
Tvornica
Die Arbeiter, die sich im endlosen System einer Großfabrik verirren, verlieren allmählich ihren Sinn für das Wesentliche, während die Grenzen zwischen Realität, Routine und Absurdität immer mehr verschwimmen.
Fabrik der japanischen Autorin Hiroko Oyamada ist ein ungewöhnlicher und atmosphärischer Roman, der sich mit Entfremdung, der Sinnlosigkeit von Arbeit und der Suche nach Identität in der Welt der Großkonzerne auseinandersetzt. Dabei werden Elemente des Absurden, der Satire und der zeitgenössischen Literatur verwendet.
Die Handlung folgt drei Angestellten, die in einem riesigen Industriekomplex unterschiedliche, scheinbar unbedeutende Aufgaben verrichten. Einer korrigiert Dokumente, ein anderer untersucht das Moos neben der Fabrik, und der dritte erledigt obskure Verwaltungsaufgaben. Obwohl sie angestellt sind, versteht keiner von ihnen wirklich den Sinn ihrer Arbeit oder wie ihr Beitrag zum Funktionieren der Fabrik beiträgt.
Mit der Zeit entwickelt sich der riesige Komplex zu einer geschlossenen Welt mit eigenen Regeln, in der der Alltag die Grenze zwischen Arbeit und Privatleben verwischt. Die Figuren akzeptieren allmählich die Unlogik des Systems, während ihr Zeit-, Raum- und Realitätsgefühl zunehmend verschwimmt.
Mit minimalistischem Stil und subtilem Humor schafft Oyamada einen Roman, der an die Werke von Franz Kafka erinnert, aber dennoch eine unverkennbar japanische Sensibilität bewahrt. Die Fabrik regt den Leser zum Nachdenken über moderne Arbeitswelt, Bürokratie, Konformismus und den Preis an, den der Einzelne zahlt, wenn er seinen Sinn im Leben und seine Freiheit verliert.
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