
Misija Sigmunda Frojda
Eine kritische Psychobiografie von Erich Fromm. Der Autor analysiert die Persönlichkeit, die Einflüsse und die Fehlvorstellungen von Sigmund Freud und zeigt, wie Freuds Charakter und Dogmatismus die psychoanalytische Bewegung prägten.
„Sigmund Freuds Mission“ (Erstausgabe 1959) ist eine klare und schonungslose psychobiografische Studie, in der Erich Fromm die psychoanalytische Methode auf den Begründer der Psychoanalyse, Sigmund Freud, anwendet. Als prominenter Vertreter der neoanalytischen und humanistischen Schule behandelt Fromm nicht nur Freuds bahnbrechende wissenschaftliche Entdeckungen, sondern analysiert auch eingehend dessen Persönlichkeitsstruktur, Kindheit, Emotionen und die inneren Motive, die sein Werk leiteten. Fromm porträtiert Freud als einen außergewöhnlich brillanten, zugleich aber zutiefst dramatischen und autoritären Mann, der seine Lehre als säkulare Religion und sich selbst als Propheten mit einer besonderen Mission zur Rettung der Menschheit verstand. Das Buch analysiert detailliert Freuds komplexes Verhältnis zu seinen Eltern, seine Todesangst, seine Beziehung zu Frauen und seine Unfähigkeit, Meinungsverschiedenheiten unter Kollegen zu akzeptieren, was oft zum Bruch mit engen Schülern wie Jung und Ranke führte. Der Autor erläutert, wie Freuds eigene neurotische Konflikte und die bürgerliche Weltanschauung des späten 19. Jahrhunderts den Wirkungsbereich der Psychoanalyse einschränkten und sie zu einer dogmatischen Bewegung anstatt zu einem befreienden humanistischen Instrument machten. Scharfsinnig, analytisch und äußerst verständlich geschrieben, ist „Die Mission Sigmund Freuds“ ein unschätzbares Werk zum Verständnis der Geschichte der Psychologie und der menschlichen Schwächen hinter den großen Geistern.
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