
Partizansko ljetovanje: Hrvatska i Srbi 1945-1950.
Das Buch von Čedomir Višnjić untersucht die Stellung und das Schicksal der Serben in Kroatien in der unmittelbaren Nachkriegszeit des Zweiten Weltkriegs und analysiert dabei die politischen, sozialen und kulturellen Verhältnisse im Zeitraum von 1945 bis 1
Dieses Werk des renommierten Historikers Čedomir Višnjić ist eine fundierte und vielschichtige Studie, die sich einer der sensibelsten Phasen der modernen kroatischen und serbischen Geschichte widmet. Der Autor konzentriert sich auf die entscheidenden Jahre zwischen 1945 und 1950 und analysiert, wie sich das Ende des Zweiten Weltkriegs, die Etablierung des neuen kommunistischen Regimes sowie der anschließende Wiederaufbau und die ideologischen Umbrüche auf das Leben der Serben in Kroatien auswirkten.
Der Titel verweist symbolisch auf den widersprüchlichen Charakter dieser Ära – einer Zeit, die einerseits von revolutionärem Eifer, Siegeseuphorie und dem Aufbau eines neuen Systems geprägt war, andererseits aber auch von tiefen Traumata, kriegsbedingten Zerstörungen, Unsicherheit und erzwungenen gesellschaftlichen Veränderungen. Višnjić stützt sich auf eine breite Palette von Archivdokumenten, Presseberichten sowie Materialien aus der Zwischen- und Nachkriegszeit, um sowohl die Integrationsprozesse als auch die Herausforderungen zu beleuchten, denen sich die serbische Gemeinschaft im neuen Bundesstaat gegenübersah – darunter Fragen der nationalen Identität, der Agrarreform, des kulturellen Lebens und der politischen Kontrolle.
Das Buch bietet einen dringend notwendigen analytischen Gegenentwurf zu allzu vereinfachenden Deutungen und ist eine unverzichtbare Lektüre für das Verständnis der komplexen interethnischen Beziehungen und politischen Dynamiken in Kroatien in der unmittelbaren Zeit nach 1945.
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