
Dragi kamen
Die einzige Gedichtsammlung von Mijo Mirković (Pseudonym Mate Balota) im istrischen Chakavischen Dialekt – Lyrik über das Meer, die Steine, das Leid der Bauern, den Glauben und die Liebe zu Istrien. Die Gedichte preisen das Meer und das Volksleben und zeu
Lieber Stein ist der einzige Gedichtband von Mate Balota (Mija Mirković, 1898–1963), der 1938 in Zagreb (Matica hrvatska) erschien und später mehrfach neu aufgelegt wurde (1947, 1972, 1988, erweiterte Ausgaben 2016 und 2023). Der Titel stammt von dem gleichnamigen Gedicht aus dem Jahr 1931, das den kostbaren, harten istrischen Stein symbolisiert – eine Metapher für die Widerstandsfähigkeit, die Wurzeln und die Schönheit der Heimat.
Der Band enthält Gedichte im Raklana-Dialekt (istrisch) – einem der wichtigsten Beiträge zur Wiederbelebung der tschakavischen Dichtung im 20. Jahrhundert. Die Gedichte sind thematisch in weltliche und religiöse Motive unterteilt: die Liebe zu Istrien (Stein, Meer, Olivenbäume, Weinberge, das harte Leben der Bauern und Fischer), soziales Leid (Armut, Hunger, Auswanderung), die Mutter, der Glaube (Gedichte zur Karwoche: Großer Srida, Passion des Herrn, Karfreitag, Ostersonntag), erotische und existenzielle Sehnsucht.
Balota schreibt schlicht, aber tief empfunden – er verwendet die Volkssprache, Rhythmus, Wiederholungen und Bilder aus dem istrischen Alltag. Seine Dichtung ist nicht formalistisch, sondern aufrichtig, melancholisch, manchmal pathetisch, aber immer in seiner Heimat verwurzelt. Gedichte wie „Lieber Stein“, „Ziege“ (eine soziale Tragödie einer istrischen Familie), „Moja mati“ oder „Pramaliće“ sind in Anthologien aufgenommen worden und werden oft als Beispiele für Chakavische Lyrik angeführt.
Die Gedichtsammlung ist von zentraler Bedeutung für die istrische und kroatische Literatur: Sie markierte die Kontinuität der Čakavischen Dichtung nach dem 19. Jahrhundert (gemeinsam mit Mate Marjanović und anderen) und beeinflusste spätere Autoren (z. B. den Čakavischen Rat, zeitgenössische istrische Dichter). Spätere Ausgaben enthalten oft bildliche Beiträge (Zeichnungen von Josip Diminić, Fotografien oder Illustrationen), die den visuellen Eindruck der istrischen Landschaft – Stein, Meer, rote Erde – verstärken.
Der Stil ist realistisch, volkstümlich, mit Elementen der Romantik und der sozialen Lyrik. Balota, selbst ein hart arbeitender Fischer und Seemann vor seiner akademischen Laufbahn, schreibt aus eigener Erfahrung. Lieber Stein ist bis heute ein Symbol istrischer Identität: „Jeder scharfe Stein ist dir lieb“ – Liebe zur schwierigen, aber geliebten Heimat. In der kroatischen Literatur gilt das Gedicht als Höhepunkt dialektaler Lyrik und wurde vielfach neu aufgelegt und vertont.
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