
Uspon autoritarizma na Zapadnom Balkanu
Das Buch beschreibt, wie der Westbalkan nach anfänglichen demokratischen Hoffnungen in den 2000er Jahren in einen kompetitiven Autoritarismus abglitt. Es erklärt die Mechanismen der Herrschaft starker Männer, die Rolle der EU-Stabilikratie und warum sich
Nach dem Sturz autoritärer Führer in den 1990er Jahren und der Welle des Wandels Anfang der 2000er Jahre – dem Sturz von Milošević und Tuđman, dem Machtwechsel unter Đukanović und Gruevski – schien die Region auf dem Weg zu stabiler Demokratie und europäischer Integration zu sein. Doch Bieber zeigt, wie sich stattdessen konkurrierende autoritäre Regime etabliert haben: Systeme, in denen Wahlen, Mehrparteiensystem und Opposition zwar formal existieren, die herrschenden Eliten aber staatliche Ressourcen, Medien und Institutionen nutzen, um ihre dauerhafte Dominanz zu sichern und echten Wandel nahezu unmöglich zu machen.
Der Autor führt den Schlüsselbegriff der Stabilokratie ein – eine informelle Übereinkunft zwischen der EU und lokalen Machthabern: Der Westen toleriert die Aushöhlung der Demokratie, Korruption und die Unterdrückung von Freiheiten im Austausch für kurzfristige Stabilität (z. B. Zusammenarbeit in der Flüchtlingskrise, den Dialog zwischen Belgrad und Pristina oder die Bekämpfung von Extremismus). Diese Pragmatik, so Bieber, untergräbt genau jene Werte, die die EU langfristig fördert, und verhindert einen echten Wandel.
Das Buch analysiert detailliert gängige Mechanismen: die Kontrolle von Medien und öffentlicher Meinung, die Einflussnahme auf Gerichte und Institutionen, Klientelismus und Korruption als Regierungsinstrument, die Manipulation von Wahlen (Finanzierung, Druck auf Wähler, mediale Ungleichgewichte), die selektive Verfolgung der Opposition und die Nutzung von Nationalismus oder Identitätskonflikten zur Mobilisierung von Wählern. Bieber vergleicht die Varianten in verschiedenen Ländern – von der langjährigen Dominanz in Montenegro und Serbien über Nordmazedonien vor 2017 bis hin zu den Besonderheiten in Albanien und Bosnien und Herzegowina – und zeigt, wie sich dieselben Muster trotz unterschiedlicher Kontexte wiederholen.
Besonders eindrücklich ist der einleitende Abschnitt mit dem ironischen „Ratschlag an den Balkanprinzen“ – eine sarkastische, aber präzise Anleitung zur Machterhaltung: Medienkontrolle, Schwächung von Institutionen, Nutzung der EU als Alibi, Aufrechterhaltung des Scheins von Reformen ohne wirkliche Veränderungen. Bieber macht dabei nicht nur lokale Machthaber verantwortlich; zeigt, wie globale Trends (der Aufstieg von Populismus und Autoritarismus) und die Schwäche der internationalen Gemeinschaft (der Fokus der EU auf Stabilität statt auf Werte) zu diesem Prozess beitragen.
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