Hrvatski karusel
Ein rares Buch

Hrvatski karusel

Stipe Šuvar

In dem Buch sammelt Šuvar seine Diskussionen und Kommentare zur kroatischen politischen und sozialen Realität aus den Jahren 1990 bis 2003. Er analysiert kritisch den Nationalismus, den Übergang zum Kapitalismus und die Rolle der Elite und warnt vor den l

Stipe Šuvar (1936–2004), langjähriger Soziologe, Politiker und ehemaliger hochrangiger Funktionär des Bundes der Kommunisten Jugoslawiens, präsentiert in seinem Buch „Das kroatische Karussell: Beiträge zur politischen Soziologie der kroatischen Gesellschaft“ (Erstausgabe 2003, zweite erweiterte Ausgabe 2004) eine Auswahl seiner Texte – Diskussionen, Kommentare, Interviews und Analysen –, die zwischen den frühen 1990er Jahren und 2003 entstanden sind. Es ist sein letztes großes publizistisches Werk, verfasst zu einer Zeit, als er aufgrund seiner linken und jugoslawischen Überzeugungen in der kroatischen Öffentlichkeit bereits an den Rand gedrängt war.

Der Titel „Karussell“ beschreibt metaphorisch den schwindelerregenden, sinnlosen Kreislauf der kroatischen Politik und Gesellschaft nach dem Zerfall Jugoslawiens: von der Euphorie der nationalen Unabhängigkeit über Krieg und ethnische Konflikte bis hin zum Übergang zum Kapitalismus, begleitet von Korruption, Privatisierung, Plünderung und sozialer Schichtung. Šuvar beschreibt, wie der Nationalismus zur dominierenden Ideologie wurde, wie sich die Eliten auf Kosten der Mehrheit bereicherten, wie es zur Massenauswanderung der Serben kam (die er als ethnische Säuberung bezeichnet), zur „Säuberung“ von Sprache und Kultur von „serbokommunistischen“ Elementen, zum Zusammenbruch des sozialistischen Erbes und dazu, wie die neue Regierung unter anderem Namen autoritäre Praktiken fortsetzte.

Das Buch ist in elf thematische Abschnitte unterteilt, die zentrale Fragen behandeln: von der serbischen Frage in Kroatien über die Rolle der katholischen Kirche und der nationalistischen Elite bis hin zur Kritik am HDZ-Regime, Medienmanipulation, wirtschaftlicher Verwüstung und den Perspektiven der Linken. Besonders eindrücklich ist der Abschnitt über den demografischen Wandel und das Verschwinden der Serben aus Kroatien – Šuvar belegt anhand von Volkszählungen und historischen Daten den kontinuierlichen und dramatischen Rückgang der serbischen Bevölkerung und wirft der Politik systematische Auswanderung und Vertreibung vor.

Der Stil ist scharf, polemisch, oft sarkastisch – Šuvar verschont niemanden: weder das Tuđman-Regime noch die Opposition, die Kirche oder die internationale Gemeinschaft. Er schreibt aus der Perspektive eines überzeugten Linken und Jugoslawen, der den Zerfall Jugoslawiens als Tragödie und den kroatischen Transformationsprozess vor allem als Klassenplünderung und nationalistische Hysterie betrachtet. Das Buch löste Kontroversen aus – für die einen war es „verräterisch“ und „jugostalgisch“, für die anderen eine mutige Stimme gegen den Mainstream.

Es wird auch heute noch als wichtiges Dokument der kritischen Soziologie der 1990er und frühen 2000er Jahre gelesen: Es zeigt, wie alte Machtstrukturen in neue umgewandelt wurden, wie Nationalismus als Deckmantel für wirtschaftliche Plünderung diente und warum Kroatien trotz Unabhängigkeit in einem Kreislauf aus Korruption, Ungleichheit und Identitätskonflikten gefangen blieb. Dies ist Šuvars letzter großer Beitrag – ein Zeugnis des „letzten kroatischen Jugoslawen“, der vor dem Preis warnte, den die Gesellschaft für das nationalistische „Karussell“ zahlt.

Editor
Mira Šuvar
Illustrationen
Igor Kelčec
Maße
21 x 14 cm
Seitenzahl
589
Verlag
Razlog, Zagreb, 2004.
 
Latein Schrift. Taschenbuch.
Sprache: Kroatisch.

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