
Iznevjereni grad: Dubrovnik 1991
Die Memoiren von Petar Krista, einem Mitglied des Krisenstabs von Dubrovnik, über die ersten Monate der Belagerung der Stadt. Das Werk schildert den politischen Hintergrund, die militärische Realität und die persönlichen Dramen der Verteidigung von Dubrov
Die verratene Stadt: Dubrovnik 1991 von Petra Kriste ist eines der frühesten und authentischsten Zeugnisse über den Beginn des Kroatienkrieges in Dubrovnik. Kriste, 1936 in Šipan geboren, Politiker und Publizist, war der erste kroatische Verteidigungsminister und zu Kriegsbeginn Mitglied des Krisenstabs Dubrovnik. Gerade diese Position verleiht seinem Buch eine besondere dokumentarische Bedeutung: Er schilderte die Ereignisse aus erster Hand, aus der Perspektive eines Mannes, der gleichzeitig Beobachter, Beteiligter und Zeuge war.
Das Buch umfasst September, Oktober und November 1991, eine Zeit, in der Dubrovnik völlig abgeschnitten und den Angriffen der Jugoslawischen Volksarmee (JNA) sowie montenegrinischer und serbischer paramilitärischer Formationen schutzlos ausgeliefert war. Kriste präsentiert Tagebucheinträge, Interviews, offizielle Informationen, Eindrücke und Notizen, die zeigen, wie die Stadt sich ohne Waffen, Logistik und politische Unterstützung zu verteidigen versuchte. Besonders eindrücklich sind die Schilderungen des Tages des Falls von Sustjepan, des Beschusses der Altstadt, der humanitären Krise und der moralischen Stärke der Bevölkerung von Dubrovnik.
Die Authentizität des Buches beruht auf mehreren Ebenen: Der Autor befand sich im Zentrum des politischen und organisatorischen Geschehens; er nennt konkrete Namen, Ereignisse und Entscheidungen; und nachfolgende Prozesse, darunter seine Aussage vor dem Haager Tribunal, bestätigen die Echtheit seiner Aufzeichnungen. Kriste spricht offen über das Versagen, die Inkompetenz und die zögerlichen Reaktionen der damaligen Führung, aber auch über den Mut der Verteidiger und Bürger.
Die verratene Stadt ist nicht nur ein Kriegstagebuch, sondern auch eine Chronik enttäuschter Erwartungen – einer Stadt, die glaubte, verschont zu bleiben, von Politikern, die Vernunft erwarteten, und von Einwohnern, die sich über Nacht in einem Kriegsgebiet wiederfanden. Die Memoiren dienen heute als wertvolle historische Quelle über einen der Schlüsselmomente in der Verteidigung der kroatischen Südgrenze und über die Identität einer belagerten Stadt.
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