
Bijelim rukavicama pjesma dotaknuta
Die Sammlung enthält drei Gedichtzyklen: Florističke slike (18), Slatko isparavanje (19) und U kraljevstvu pjesme (10), insgesamt 47 Gedichte in freier Form auf 102 Seiten, was bedeutet, dass die Gedichte relativ lang sind.
Das über Jahre angestaute Tief „wird immer länger“, „die Zeit ist eine Schnalle / erst glänzend, / dann rostiger Modeschmuck“ (8). Das Schlussbild des Gedichts ist vieldeutig und kann auch als Begegnung mit dem Tod gedeutet werden: „Hände gefaltet / auf verschrumpelten Brustkörben / suchen weiße Handschuhe.“ (8). Sie suchen Licht und Spiritualität im dunkelsten Augenblick. Licht und Dunkelheit sind ein bekanntes Motiv in der Literatur, insbesondere in der Lyrik, und in dieser Sammlung stehen sie im Zusammenhang mit Abstufungen und Gegenabstufungen. Dies impliziert beispielsweise helles Sonnenlicht, das schwindet und „von der Nacht verschluckt“ wird, nur um in einem Hauch neuen Weiß wieder aufzuleuchten, während die Zukunft geschildert wird: „helle Zukunft / für dein anderes Ufer“. Das andere Ufer ist nur eine der zahlreichen biblischen Anspielungen (eine Anspielung auf den Durchzug durch das Rote Meer und den Jordan), die subtil auf die spirituelle Dimension der Sammlung hinweisen. Im Gedicht „Tanz des Lebens“ beispielsweise präsentiert sich die Protagonistin in ihrem Lebenstanz als „Davids Tänzerin“, als Tänzerin zu Ehren Gottes. Dies ist eine Anspielung auf die Beschreibung von Davids Tanz, die Michal gemäß 1 Chronik 15,29 verspottete. Auch der Gegensatz von Licht und Dunkelheit selbst hat seinen Ursprung in der Bibel, wo er die symbolische Bedeutung von Gut und Böse trägt. Vor diesem Hintergrund wird die vielfache Brechung von Licht und Schatten im Diskurs dieser Sammlung deutlich, ebenso wie in den Gedichttiteln: Schatten der Zukunft, Mondfinsternis, Vollmond, Licht. Lichtstrahlen der leuchtenden und personifizierten Sonne erscheinen häufig in allen Gedichten, während demgegenüber Nacht, Nachtschatten, ein schwarzer Schatten an den Stationen des Kreuzwegs usw. stehen. Aus kognitionsstilistischer Sicht könnte eine solche antithetische Struktur auf die Spaltung der äußeren und inneren Welt der lyrischen Protagonistin in ihrem Streben nach Licht hinweisen.
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