
Dobri duh Zagreba
Der Kult-Kriminalroman folgt dem pensionierten Statistiker Valentin Kovač, der ein mathematisches Muster in den in Zagreb verübten Verbrechen entdeckt – doch seine Besessenheit führt zu einer unerwarteten Auflösung.
„Der gute Geist von Zagreb“ (Dobri duh Zagreba) ist eines der berühmtesten Bücher von Pavao Pavličić; das 1976 erschienene Werk begründete das Genre des zeitgenössischen kroatischen Kriminalromans. Im Mittelpunkt steht Valentin Kovač, ein bescheidener und zurückgezogen lebender Statistiker im Ruhestand, dessen ruhiges Leben eine drastische Wendung nimmt, als er aus Neugier beginnt, eigene Aufzeichnungen zu führen und Zeitungsberichte über Verbrechen zu analysieren. Durch methodische Datenauswertung macht Valentin eine schockierende Entdeckung: Die Verbrechen in Zagreb geschehen nicht zufällig, sondern folgen einem strengen, mathematisch präzisen Muster und Rhythmus. Angetrieben von dem Wunsch, künftige Straftaten zu verhindern und zu einem unsichtbaren Beschützer – dem „guten Geist“ seiner Stadt – zu werden, beginnt Valentin, Zeitpunkt und Ort künftiger Verbrechen exakt vorherzusagen. Doch während er tiefer in die geheimnisvollen Mechanismen der städtischen Unterwelt eintaucht, verschwimmen die Grenzen zwischen Beobachter und Beteiligtem auf gefährliche Weise, und seine Besessenheit führt zu dramatischen Konsequenzen. Pavličić verbindet in diesem Werk meisterhaft eine spannende Kriminalhandlung mit dem unverwechselbaren Ambiente und der Atmosphäre Zagrebs. Anhand der Figur des Valentin Kovač thematisiert der Autor Einsamkeit, das menschliche Bedürfnis nach Ordnung und Sinn in einer chaotischen Welt sowie den schmalen Grat zwischen edlen Absichten und moralischer Grenzüberschreitung.
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