
Nevolje s odsutnim Bogom
Eine theologische Studie von François Varone, die die gegenwärtige Glaubenskrise sowie falsche Gottesvorstellungen analysiert und dazu aufruft, einen Gott zu entdecken, der nicht auf magische Weise eingreift, sondern die menschliche Verantwortung freisetz
Das Buch Troubles with an Absent God (Le Dieu absent, 1980) des Schweizer Theologen und Priesters François Varone zählt zu den provokantesten und tiefgründigsten theologisch-psychologischen Werken des späten 20. Jahrhunderts. Darin setzt sich der Autor mit dem weitverbreiteten Gefühl auseinander, dass Gott in der modernen Welt unsichtbar, fern oder gänzlich abwesend geworden ist. Varone vertritt die These, dass die eigentlichen Schwierigkeiten im Umgang mit Gott nicht aus dessen Nichtexistenz resultieren, sondern aus den irrigen und kindlichen Vorstellungen, die sich die Menschen von ihm machen. Oft wird von Gott erwartet, dass er als „allmächtiger Wundertäter“ oder magischer Beschützer auftritt, der menschliche Probleme löst und Leid verhindert. Bleibt dies aus, stellen sich Enttäuschung und das Gefühl ein, Gott habe die Welt im Stich gelassen. Der Autor untersucht, wie der christliche Glaube reifen und sich von dem Bild eines Gottes lösen muss, der die menschliche Freiheit einengt; an dessen Stelle soll der Gott Jesu treten – ein Gott, der die Gesetze der Schöpfung und die menschliche Autonomie respektiert. In einem klaren, verständlichen und zugänglichen Stil verfasst, bietet dieses theologische Werk all jenen Trost und Orientierung, die eine Glaubenskrise oder Zweifel durchleben. Varone führt den Leser zu der Erkenntnis, dass Gottes „Abwesenheit“ keinen Akt des Verlassens darstellt, sondern vielmehr einen Aufruf an die Menschheit, die volle Verantwortung für ihr eigenes Leben und die Welt, in der sie lebt, zu übernehmen.
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