
Elan mortal
Miodrag Stanisavljevićs *Elan mortal* versammelt politische Schriften über Serbien in den 1990er Jahren, Nationalismus, Krieg und Verantwortung. Mit ihrem kritischen, satirischen Scharfsinn legen sie Propaganda sowie die gesellschaftlichen Mechanismen der
Elan mortal von Miodrag Stanisavljević ist eine 1996 erschienene Sammlung politischer Schriften, die sein kritisches Wirken während der vom Krieg geprägten 1990er Jahre widerspiegelt. Im Zentrum stehen das gesellschaftliche Klima in Serbien, die nationalistische Mobilisierung sowie der Zusammenhang zwischen öffentlichem Diskurs und Gewalt. Der Autor untersucht die politischen Realitäten des Alltags mit einem ausgeprägten Sinn für moralische Verantwortung und einem Bewusstsein für die Konsequenzen des gesprochenen Wortes.
Stanisavljević verbindet literarisches Gespür mit polemischer Klarheit. Sein Ansatz ist geprägt von Ironie, satirischer Schärfe und einer genauen Aufmerksamkeit für die Sprache, die zur Rechtfertigung politischen Handelns eingesetzt wird. Hinter großen Schlagworten sucht er nach individuellen menschlichen Schicksalen, während er in scheinbar banalen medialen Bildern Anzeichen gesellschaftlicher Zerrüttung aufdeckt.
Das Buch wirft Fragen zu Mitschuld, Schweigen und individueller Verantwortung in Zeiten kollektiver Erregung auf. Es ist besonders für Leserinnen und Leser von Interesse, die untersuchen möchten, wie Krieg und Propaganda die Kultur, den öffentlichen Raum und den Alltag beeinflussen. Sein kritischer Blick richtet sich nicht nur auf die Machthaber, sondern regt auch zum Nachdenken über jene Gesellschaft an, die deren Botschaften akzeptiert und weiterverbreitet.
Elan mortal ist ein Zeugnis einer bestimmten Epoche und ein Beispiel für engagierte Sachliteratur, die für ein unabhängiges Urteilsvermögen eintritt. Es richtet sich an alle, die politische Essays, Gesellschaftskritik und Literatur zur Geschichte des Zerfalls Jugoslawiens schätzen. Der Wert des Werkes liegt in der Stimme des Autors, der unbequeme Fragen direkt stellt und die Leserschaft dazu einlädt, das Verhältnis zwischen persönlichen Überzeugungen, Sprache und Handeln neu zu überdenken.
Angeboten wird ein Exemplar





