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Eine Frau kämpft in einem ostdeutschen Krankenhaus um ihr Leben. Während ihr Körper am Vorabend des Mauerfalls versagt, reflektiert sie – in fiebrigen Visionen und Erinnerungen – über ihr eigenes Leben, die vorherrschende Ideologie und den Zusammenbruch e
Der Roman Leibhaftig ist eines der intimsten und eindringlichsten Werke der deutschen Autorin Christa Wolf. Die Handlung spielt in den späten 1980er Jahren – kurz vor dem Fall der Berliner Mauer – und folgt einer namenlosen Protagonistin, die in einem schlecht ausgestatteten Krankenhaus in der DDR liegt, schwer krank und dem Tode nahe. Ihr Körper ist von einer schweren Infektion und Sepsis gezeichnet; so verknüpft sich ihr physischer Überlebenskampf mit einem inneren psychologischen Drama. In Zuständen von Delirium, unter dem Einfluss von Narkosemitteln und durch das Auftauchen von Erinnerungen setzt sich die Protagonistin mit ihrer eigenen Vergangenheit auseinander. Sie untersucht Schuldgefühle, ein Empfinden von „Abwesenheit“ sowie die moralischen Kompromisse, die sie unter dem sozialistischen Regime der DDR eingegangen ist. Ihre körperliche Krankheit fungiert dabei als Metapher für den gesellschaftlichen Verfall, den Zusammenbruch einer Ideologie und den inneren Zerfall des Systems, in dem sie lebte. Zwischen medizinischen Eingriffen, den Bemühungen der Ärzte, sie zu retten, und der Auseinandersetzung mit ihren persönlichen Dämonen verschmilzt ihr individuelles Trauma mit einem historischen Wendepunkt. Der 2003 auf Kroatisch erschienene Roman (veröffentlicht bei Profil, übersetzt von Lucija Stamać) ist ein kurzes, aber überaus tiefgründiges Werk, das die untrennbare Verbindung zwischen menschlicher Leiblichkeit, Psyche und politischer Realität eindrucksvoll darstellt.
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