
Robinja
Mende Nazer, ein Mädchen vom Stamm der Nuba, wurde im Alter von 12 Jahren bei einem Überfall entführt, in Khartum in die Sklaverei verkauft, litt 7 Jahre lang und floh im Jahr 2000 aus London. Eine bewegende Geschichte über moderne Sklaverei.
Sklavin: Gefangen - Geflohen - Verfolgt ist ein autobiografisches Buch von Mende Nazer, das sie gemeinsam mit dem britischen Journalisten Damien Lewis geschrieben hat. Es ist ein schockierendes Zeugnis über die moderne Sklaverei im 21. Jahrhundert.
Mende wuchs in einem idyllischen Dorf des Nuba-Stammes in den Nuba-Bergen im Sudan auf. Sie lebte in einer harmonischen, traditionellen Gemeinschaft, umgeben von Familienliebe, Natur und alten Bräuchen. Eines Nachts im Jahr 1993 (oder 1994) änderte sich alles, als arabische Milizen (Mudschaheddin) das Dorf angriffen: Sie töteten Erwachsene, vergewaltigten Frauen und entführten Kinder, darunter den zwölfjährigen Mende. Nach einem schrecklichen Marsch und einer Vergewaltigung landete das Mädchen auf dem Sklavenmarkt in Khartum.
Sie wurde als yebit (schwarze Sklavin) an eine reiche arabische Familie verkauft. Sie nahmen ihr den Namen, ihre Freiheit und ihre Würde. Sie schlief eingesperrt in einem Gartenhäuschen, aß Essensreste wie ein Hund und arbeitete von morgens bis abends ohne Bezahlung oder einen freien Tag. Sie erlitt ständigen körperlichen, geistigen und sexuellen Missbrauch durch ihre Geliebte und Familienmitglieder. Sie war völlig isoliert, hatte keinen Kontakt zur Außenwelt und wusste nicht, ob ihre Familie noch lebte. Sieben Jahre lang lebte sie als „Abid“ – Eigentum.
Nach sieben Jahren Sklaverei wurde sie einer Verwandten in London „geschenkt“ – der Frau eines sudanesischen Diplomaten. Selbst im freien Großbritannien führte sie das Leben einer Sklavin: eingesperrt, misshandelt, ohne Rechte. Doch in London gelang es ihr, mit anderen Sudanesen aus der Nuba-Gemeinschaft in Kontakt zu treten. Mit ihrer Hilfe gelang ihr im September 2000 die dramatische Flucht.
Das Buch ist nicht nur eine Geschichte über Leid, sondern auch über unglaubliche Stärke, Würde und den Kampf für die Freiheit. Mende beschreibt die Schönheit und Solidarität ihrer Kultur, die das arabische Regime durch Sklaverei und Krieg systematisch zerstört. Der Flucht folgte ein Kampf um Asyl, Medienaufmerksamkeit und ihre Entschlossenheit, über das Schicksal Tausender anderer Opfer zu sprechen.
Sklavin: Gefangen - Geflohen - Verfolgt ist eine kraftvolle, ehrliche und leicht zu lesende Abhandlung, die schockiert, weil sie zeigt, dass Sklaverei nicht nur ein historisches Phänomen ist, sondern auch heute noch brutale Realität. Das Buch weckt Empathie, Wut und Bewunderung für Mendes unzerstörbaren Willen zu Leben und Freiheit.
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