
Petao u prozoru
„Der Hahn im Fenster“ (1960) ist ein populärer Detektiv- und Kriminalroman des kroatischen Schriftstellers Milan Nikolić (Osijek, 1924 – Virovitica, 1970), einem der meistgelesenen Autoren unterhaltsamer Prosa der Nachkriegszeit in Jugoslawien.
Die Geschichte spielt im Nachkriegsjugoslawien (vermutlich in den 1950er Jahren). Ein mysteriöser Fremder – ein vermeintlicher Tourist – taucht auf und erregt aufgrund ungewöhnlicher Details Verdacht. Das zentrale Motiv ist ein Hahn (oder ein Bild eines Hahns) im Fenster eines Hauses, der als Signal, Symbol oder Spur aus der Vergangenheit dient. Der Fremde entpuppt sich als ehemaliges Gestapo-Mitglied oder Nazi-Kollaborateur, der sich versteckt hält oder zurückkehrt, um etwas aus der Kriegszeit zu bergen.
Nikolić erzeugt Spannung durch klassische Elemente des Kriminalromans: Ermittlungen (möglicherweise durch die Polizei oder Zivilisten), geheime Verbindungen, falsche Identitäten, Interessenkonflikte und moralische Dilemmata. Der Roman ist abenteuerlich und enthält Elemente von Spionage und Verfolgung. Der Hahn im Fenster wird zur Metapher für eine verborgene Gefahr oder eine Vergangenheit, die nicht loslässt. Das Werk ist für seine für damalige Verhältnisse rekordverdächtige Auflage bekannt und inspirierte Ideen für eine Verfilmung (z. B. erwog Saša Petrović einen Film über einen Gestapo-Touristen).
Der Stil ist einfach, dynamisch und typisch für Nikolićs Kriminalromane (ähnlich wie in „Vier tote Sheriffs“, „Fahrkarte zur Hölle“, „Spionageberichte“): hohes Tempo, unerwartete Wendungen, Kritik an Faschismus und Kriegsverbrechen in unterhaltsamer Form. Es gibt keine tiefgründige Psychologie, dafür aber Action und eine moralische Botschaft über Gerechtigkeit und die Erinnerung an die Vergangenheit. Der Roman war sehr populär, wurde im Geiste der jugoslawischen Unterhaltungsliteratur der 1950er- und 1960er-Jahre übersetzt und kürzlich neu aufgelegt (Vedis, 2025). Er zählt zu den Klassikern der jugoslawischen Kriminalliteratur jener Zeit.
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