
Drame
Der dritte Band der gesammelten Werke von Milutin Nehajev versammelt seine Stücke, die die Entwicklung des Autors von der jugendlichen Begeisterung zur reifen Selbstbeobachtung nachzeichnen: Prielom, Svjećica, Život, Spasitelj und Klupa na mješečini.
Dieser Band bietet einen umfassenderen Einblick in Nehajevs Werk, das Prosa und Drama durch dieselben Motive verbindet: die Flucht aus der Realität, die Einsamkeit einer sensiblen Seele und die Kritik an der kleinbürgerlichen Gesellschaft.
Die frühen Einakter Prielom und Svjećica, die bereits 1898 am Kroatischen Nationaltheater aufgeführt wurden (als der Autor erst achtzehn Jahre alt war), zeugen von der Frische seiner ersten Bühnenerfahrung. In ihnen zeigt sich bereits Nehajevs Gespür für innere Konflikte, den Generationenwandel und das Aufeinanderprallen von Idealen mit der harten Realität.
Život und Savior vertiefen die psychologischen Charakterzeichnungen. Hier erkundet Nehajev die Themen Sinn des Lebens, menschliche Schwäche, die Suche nach dem Sinn des Lebens und die Illusion der Erlösung in einer sich rasant verändernden Welt. Das Stück Der Erlöser ist besonders interessant, da der Autor es bei seiner Uraufführung 1916 selbst inszenierte und so einen authentischen Einblick in seine eigene Vision des theatralischen Ausdrucks gewährte.
Die Bank im Mondschein (1928), eine Komödie mit ernstem Unterton, stellt den Höhepunkt von Nehajews dramatischem Schaffen dar. Die Handlung spielt in einem Theaterumfeld, wo der Autor mit Ironie und Wärme künstlerische Schicksale, Eitelkeit, Illusionen und kleine menschliche Dramen hinter den Kulissen schildert. Dieses Drama besticht durch subtilen Humor, profunde Kenntnisse des Theaterlebens und ein tiefes Verständnis der menschlichen Natur – Motive, die sich durch Nehajews gesamtes Werk ziehen.
Nehajews Dramen sind keine prunkvollen historischen Gemälde, sondern intime Charakterstudien und Darstellungen innerer Zerrissenheit. Beeinflusst von der europäischen Moderne (Ibsen, Strindberg, Tschechow), verbindet der Autor psychologische Schärfe mit dem kroatischen Kontext – dem provinziellen und Zagreber Flair, intellektuellen Umbrüchen und dem Gefühl der Einsamkeit eines sensiblen Individuums in der heutigen Gesellschaft. Mit eleganten Dialogen und subtiler Lyrik schafft er eine Atmosphäre, in der äußere Konflikte mit inneren Krisen verschmelzen.
Der Band bietet einen wertvollen Einblick in einen weniger bekannten, aber wichtigen Teil von Nehajews Werk – das Drama, das seine Romane und Kurzgeschichten ergänzt und den Reichtum eines der vielseitigsten Autoren der kroatischen Moderne belegt.
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