
Grobnica za Borisa Davidoviča
Diese Sammlung von sieben miteinander verknüpften Erzählungen befasst sich mit den Opfern stalinistischer Säuberungen und politischer Ideologien des 20. Jahrhunderts und verbindet dabei historische Fakten, Fiktion und einen dokumentarischen Stil.
„Ein Grabmal für Boris Dawidowitsch“ ist eines der bedeutendsten und einflussreichsten Werke von Danilo Kiš und erschien im Jahr 1976. Diese Sammlung von sieben Erzählungen thematisiert politische Verfolgung, Totalitarismus und die stalinistischen Säuberungen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Anhand der Schicksale von Revolutionären, Intellektuellen und Idealisten untersucht Kiš die Mechanismen der Macht, die ideologische Verblendung sowie die Art und Weise, wie politische Systeme den Einzelnen zermürben und vernichten. Ein zentrales Motiv, das sich durch alle Erzählungen zieht, ist das tragische Schicksal jener, die ihren eigenen Idealen oder falschen Anschuldigungen innerhalb des kommunistischen Apparats zum Opfer fallen. Die Titelgeschichte schildert das Leben von Boris Dawidowitsch Nowski, einem unerschütterlichen Revolutionär, dessen Kampf ins Absurde umschlägt, als er in einem Lager landet und gezwungen wird, in einem Schauprozess erfundene Verbrechen zu gestehen. Das Werk zeichnet sich durch eine spezifische Technik der fiktionalisierten Dokumentation aus: Kiš verwebt meisterhaft historische Fakten, Zitate und Archivmaterial mit Fiktion. Sein Stil ist kühl, präzise und sachlich; dies erzeugt eine starke Authentizität und unterstreicht die Tragik der geschilderten Lebenswege. „Ein Grabmal für Boris Dawidowitsch“ ist ein zeitloses Denkmal für die namenlosen Opfer historischer Gewalt und stellt einen Höhepunkt der modernen europäischen Prosa dar.
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