
Tartarinova trilogija
Tartarin jagt Löwen, besteigt die Alpen und führt eine Kolonialexpedition an. Seine Träume vom Heldentum scheitern immer wieder an Angst, Leichtgläubigkeit und Wirklichkeit.
Alphonse Daudets Tartarin-Trilogie begleitet einen Helden, dessen Fantasie weit mutiger ist als sein Wesen. Im provenzalischen Tarascon gilt Tartarin als furchtloser Jäger, obwohl er häusliche Bequemlichkeit besonders schätzt. Der Wunsch, seinem Ruf gerecht zu werden, treibt ihn in Abenteuer, denen er kaum gewachsen ist.
Zunächst reist er zur Löwenjagd nach Algerien. Seine Erwartungen stammen aus Abenteuergeschichten; die Wirklichkeit hält Betrügereien, Missverständnisse und komische Niederlagen bereit. Anschließend sucht er in den Schweizer Alpen neuen Ruhm. Wieder geraten vorgestelltes Heldentum und tatsächliche Gefahr aneinander.
In Port-Tarascon erweitert sich die Satire auf die Gemeinschaft: Tartarin führt seine Mitbürger zur Gründung einer Kolonie in die Südsee. Begeisterung und Leichtgläubigkeit verwandeln den erhofften Neubeginn in Enttäuschung.
Daudet verbindet Abenteuer, Karikatur und warmherzige Ironie. Er verspottet provinzielle Eitelkeit und koloniale Illusionen, ohne seinem widersprüchlichen Helden das Mitgefühl zu entziehen. Die Trilogie zeigt, wie Menschen schmeichelhafte Selbstbilder schaffen und an deren Grenzen stoßen.
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