
Prognani grad
Der Roman bietet keine klassische Handlung mit klarem Anfang und Ende, sondern fungiert vielmehr als eine Reihe innerer Bilder und Gefühle, die die Zersplitterung der beschriebenen Welt noch unterstreichen.
Der Roman „Prognani grad“ gehört zur Kriegs- und Nachkriegsliteratur und thematisiert Exil, Verlust und Identitätszerstörung während des Krieges in Bosnien und Herzegowina. Im Zentrum der Geschichte steht ein namenloser Erzähler, der mit dem Verschwinden seiner Heimatstadt konfrontiert wird – nicht nur als physischer Raum, sondern auch als Welt der Erinnerungen, Beziehungen und Sinngebung. Die Stadt wird im Roman zum Symbol für verlorene Heimat und Kultur. Ihr „Exil“ bedeutet nicht, dass die Stadt buchstäblich verlegt wird, sondern dass sie zerstört, vertrieben und aus dem Leben ihrer Bewohner getilgt wird. Die Menschen werden nicht nur aus ihren Häusern, sondern auch aus ihrer eigenen Identität verbannt. Die Erzählung ist fragmentarisch, unterbrochen von Erinnerungen, Träumen und Reflexionen. Die Grenze zwischen Realität und innerer Erfahrung verschwimmt oft, was das Trauma und die Desorientierung der Figuren unterstreicht. Der Krieg wird nicht nur durch Ereignisse, sondern auch durch seine psychologischen Folgen dargestellt: Angst, Verlust, Nostalgie und ein Gefühl der Sinnlosigkeit.
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