
Emmas Reise
Emma van Haaren, die Tochter eines Hamburger Kaufmanns, begibt sich auf eine Reise nach Amsterdam, um ihre Großmutter zu besuchen. Nach einem Angriff auf ihre Kutsche flieht Emma mit ihrem kleinen Sohn Valentin durch ein vom Dreißigjährigen Krieg verwüste
Der Roman spielt im Jahr 1650, kurz nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges. Hamburg ist von den Kriegswirren verschont geblieben und bietet einen sicheren Hafen, doch das europäische Hinterland ist weiterhin von Instabilität und Banden geprägt. Emma van Haaren erhält eine Einladung ihrer Großmutter aus Amsterdam, die die Enkelin ihres verstorbenen Sohnes kennenlernen und das Erbe aufteilen möchte. Trotz der Gefahren einer solchen Reise in der Nachkriegszeit besteht Emma darauf, aufzubrechen, und die Kutsche wird sorgfältig vorbereitet.
Doch in Wildeshauser Geest wird die Kutsche von bewaffneten Angreifern überfallen. Emmas Begleiter wird getötet, und im letzten Moment gelingt ihr die Flucht mit dem Sohn des Mannes, dem kleinen Valentin. Plötzlich ist sie allein, ohne Mittel und für sich und den Jungen verantwortlich. Die beiden machen sich zu Fuß auf den Weg nach Amsterdam, durchqueren öde Gegenden und trotzen Hunger, Durst, schwer passierbaren Sümpfen und dichten Wäldern.
Emma erkennt bald, dass der Angriff nicht von gewöhnlichen Wegelagerern verübt wurde – unbekannte Reiter verfolgten sie, und der Angriff hat eindeutig etwas mit ihr zu tun. Valentin hütet ein Geheimnis, das er selbst nicht vollständig durchschaut. Unterwegs begegnen sie Freunden und Feinden, und Emma, die zuvor zurückgezogene und behütete Tochter, reift allmählich zu einer entschlossenen Heldin heran. Der Roman erhält einen besonderen Reiz durch die Auszüge aus der Perspektive eines jungen Wolfs, der ihnen heimlich folgt und dem ansonsten realistischen historischen Geschehen eine leicht mystische Note verleiht.
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