
Avesalome, Avesalome!
Quentin Compson zeichnet den Aufstieg und Fall von Thomas Sutpen nach, der im amerikanischen Süden ein Imperium aufbaut. Anhand von Familientragödien, rassistischen Tabus und der Vergangenheit wird der Zusammenbruch des Südstaaten-Traums deutlich.
Absalom, Absalom! (1936) ist ein Meisterwerk des amerikanischen Nobelpreisträgers William Faulkner und einer der bedeutendsten Romane der modernen Weltliteratur. Angesiedelt im fiktiven Yoknapatawpha County, erzählt er die Lebensgeschichte von Thomas Sutpen, einem ehrgeizigen Einwanderer, der Anfang des 19. Jahrhunderts mit einem skrupellosen Plan nach Mississippi kommt: eine reiche Plantage zu errichten, eine mächtige Dynastie zu gründen und gesellschaftliches Ansehen zu erlangen.
Doch Sutpens Imperium zerbricht unter der Last seiner dunklen Geheimnisse, rassistischer Vorurteile, Inzest und Brudermord während und nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg. Faulkner erzählt die Geschichte nicht linear, sondern durch komplexe, fragmentarische und widersprüchliche Erzählungen von vier verschiedenen Erzählern, allen voran Quentin Compson. Jahrzehnte später versuchen die Figuren, das Puzzle von Sutpens Familientragödie zusammenzusetzen.
Mit einem Titel, der an die biblische Klage König Davids über seinen getöteten Sohn erinnert, entwirft der Roman eine eindringliche Allegorie über Aufstieg und Fall des sklavenhaltenden Südens. Er zeichnet sich durch einen unverwechselbaren Bewusstseinsstrom-Stil, außergewöhnlich lange und komplexe Sätze sowie tiefgründige psychologische und historische Analysen aus. Das Werk bietet einen schonungslosen Einblick in Sünde, Schuld, Rassentrauma und die Unmöglichkeit, der Vergangenheit zu entfliehen.
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