Foucault

Foucault

Gilles Deleuze

Deleuzes Portrait of Foucault (1986) ist keine Monografie, sondern ein kreatives „Denken mit Foucault“. Es analysiert die Archäologie des Wissens und führt die Konzepte des Archivs, der Macht, der Subjektivierung und der „Faltung“ als entscheidend für Fou

Foucault (1986) wurde zwei Jahre nach Foucaults Tod (1984) von Gilles Deleuze als intime intellektuelle Hommage und „geistiges Porträt“ eines Freundes verfasst. Es ist keine einfache Einführung oder Zusammenfassung von Foucaults Werken, sondern eine tiefgründige, kreative Lektüre – Deleuze „denkt mit Foucault“, entwickelt dessen Konzepte weiter und verwendet dabei seinen eigenen philosophischen Apparat (Rhizom, Ereignis, Kräfte usw.).

Das Buch ist in zwei Hauptteile gegliedert:

  1. Vom Archiv zum Diagramm – Der neue Archivar (Archäologie des Wissens, 1969): Foucaults Wissen ist keine kontinuierliche Ideengeschichte, sondern diskursive Formationen – das „Sichtbare“ und das „Sagbare“ (sichtbar und artikuliert). Deleuze führt den Begriff des Archivs als System ein, das bestimmt, was in einer Epoche gesagt und gesehen werden kann. - Der neue Kartograf (Überwachen und Strafen, 1975): Foucault wendet sich vom Diskurs den Praktiken der Macht zu – von der souveränen Macht zur Disziplin (Panoptikum, Gefängnis, Schule, Fabrik). Deleuze interpretiert dies als Diagramm – eine abstrakte Machtmaschine, die Kräfte verteilt.

  2. Topologie: „Anders denken“

  • Schichten (Wissen): historische Formationen des Sichtbaren und Sagbaren.

  • Strategien (Macht): Denken nach außen (Denken über das Außen) – Macht ist nicht repressiv, sondern produktiv; Machtverhältnisse.

  • Falten (Subjektivierung): Spätfoucault (Selbstfürsorge, Ethik) – das Subjekt ist nicht gegeben, sondern entsteht durch das „Falten“ äußerer Kräfte nach innen. Dies ist Deleuzes zentrale Neuerung: Foucaults Subjekt als „das Innere des Außen“, Widerstand gegen Macht durch die Ästhetik der Existenz.

Deleuze versteht Foucaults Denken als eine kontinuierliche Entwicklung: von der Archäologie über die Genealogie der Macht bis hin zur Ethik des Subjekts. Er betont insbesondere den „Tod des Menschen“, nicht als Nihilismus, sondern als Befreiung von Leben, Arbeit und Sprache von einer anthropozentrischen Figur. Der Anhang über „den Tod des Menschen und den Übermenschen“ stellt eine Verbindung zwischen Foucault und Nietzsche her.

Der Stil ist dicht, poetisch und reich an Deleuze-Metaphern (Diagramm, Falte, Kräfte), was die Lektüre anspruchsvoll, aber auch fesselnd macht. Viele halten ihn für eine der besten Foucault-Interpretationen – nicht objektiv, aber produktiv, da Deleuze ein „Foucault-Deleuze“ erschafft.

Translation
Boris Žličar
Editor
Ivan Vidak
Graphics design
Gabrijela Farčić
Dimensions
15.5 x 11.5 cm
Pages
199
Publisher
Sandorf, Zagreb, 2023.
 
Latin alphabet. Paperback.
Language: Croatian.

One copy is available

Condition:New
 

Are you interested in another book? You can search the offer using our search engine or browse books by category.

You may also be interested in these titles

Logika smisla

Logika smisla

Gilles Deleuze

Žilova Delezova „Logika smisla“ (1969) jedno je od njegovih najvažnijih filozofskih dela. Ono istražuje prirodu smisla, događaja, površina i besmisla kroz paradokse jezika, stoičke filozofije i književnosti (Luis Kerol).

Sandorf, 2015.
Croatian. Latin alphabet. Paperback.
19.56
Proust i znakovi

Proust i znakovi

Gilles Deleuze

Deleuze's philosophical reading of Proust's masterpiece "In Search of Lost Time." Deleuze interprets the novel as a system of signs and teaches how art produces higher cognition through the signs of love, memory, and art.

Sandorf, 2020.
Croatian. Latin alphabet. Paperback.
9.34
Čovjek: Njegova priroda i njegov položaj u svijetu

Čovjek: Njegova priroda i njegov položaj u svijetu

Arnold Gehlen

Arnold Gehlen's main work "The Man" has been the central work of philosophical anthropology since its publication in 1940.

Svjetlost, 1990.
Croatian. Latin alphabet. Hardcover.
12.28
Fenomenologija

Fenomenologija

Jean-Francois Lyotard

Liotarova fenomenologija se fokusira na analizu iskustva pre konceptualizacije. Za njega je ključno razumeti kako se događaj, osećaj ili stimulus pojavljuje u svesti pre nego što ga jezik i društvene norme oblikuju u stabilna značenja.

BIGZ, 1980.
Serbian. Latin alphabet. Paperback.
7.55
Politički liberalizam

Politički liberalizam

John Rawls

Džon Rols, osnivač modernog liberalizma, nudi putokaz za stabilno društvo: „Politički liberalizam“, nastavak klasične „Teorije pravde“, nije samo filozofski traktat, već praktični model za pluralistička društva poput našeg.

Kruzak, 2000.
Croatian. Latin alphabet. Paperback.
32.56