
Majstor duša
Der Meister der Seelen (1931) zählt zu den umstrittensten Werken der kroatischen Literatur der Zwischenkriegszeit. Es ist ein psychologischer und sozialkritischer Roman über einen Priester, der mit dem Konflikt zwischen seiner priesterlichen Pflicht, dem
Don Lovro Veslarić, jung, gutaussehend und energiegeladen, wird in ein Küstendorf geschickt, um Streitigkeiten unter den Gemeindemitgliedern zu schlichten. Mit seinem Charisma gewinnt er schnell die Herzen der Dorfbewohner, doch bald entpuppt er sich als komplexer, egozentrischer Mensch, der mehr an Frauen als an spiritueller Arbeit interessiert ist. Die Situation spitzt sich mit der Ankunft seiner Lehrerin Maja zu, mit der Don Lovro ein Kind hat. Dies führt zu einer tiefen Gewissenskrise, geprägt von Heuchelei und einem Konflikt zwischen Kirche, Dorf und seiner eigenen Menschlichkeit.
Vilović, selbst ehemaliger Priester und Abtrünniger, schrieb einen Roman mit autobiografischen Elementen und scharfer Kritik an der Heuchelei in Kirchenkreisen und der patriarchalischen Gesellschaft. Nach Erscheinen des Romans entfachte er einen Sturm der Entrüstung: Die katholische Kritik griff ihn heftig an, während andere ihn als mutiges und wahrheitsgetreues Porträt lobten.
Meister der Seelen ist ein eindringlicher psychologischer Roman mit ausgeprägten naturalistischen und realistischen Zügen, detailreichen Beschreibungen des dalmatinischen Dorfes und tiefen Einblicken in die inneren Konflikte der Hauptfigur. Heute gilt er als bedeutendes, wenn auch vergessenes Werk der kroatischen Literatur des 20. Jahrhunderts, das sich mit den Themen Glaube, Sexualität, Macht und moralischer Verantwortung auseinandersetzt.
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