
Sol, ovce i kamenje
Eine frische, unkonventionelle literarische Sicht auf Dalmatien. Vier Geschichten aus Dalmatien, erzählt im Stil der besten Werke tschechischer Literatur. Die Autorin erweckt die Düfte von Salz und Meer zum Leben und schreibt eine lebendige, farbenfrohe u
Magdaléna Platzová schreibt nicht wie eine Touristin über Dalmatien. Sie dringt langsam in die Landschaft ein, als ginge sie barfuß über heißen Stein, spürt jeden Riss unter ihren Füßen, jedes Salz, das in ihre Hautporen sickert. Dies ist kein exotischer Reisebericht, keine nostalgische Postkarte. Es ist eine intime, fast sinnliche Prosa – eine Prosa, die nach trockenem Gras, Ziegenkäse, Meer und Staub duftet.
Vier lose miteinander verbundene Geschichten schweben zwischen Split, Pag, den kleinen Inseln und Prag, zwischen sengender Sommerhitze und eisigem Winter. Im Mittelpunkt stehen die Frauen – jene, die warten, jene, die gehen, jene, die bleiben, und jene, die zurückkehren und erkennen, dass sie nirgendwo mehr dazugehören. Veronika trägt eine stille Wunde in sich; die Saisonarbeiterinnen auf der Insel leben im Vergänglichen, als wären sie selbst Teil des Sommerbestands geworden; Und die Titelgeschichte besingt, wie ein altes dalmatinisches Lied, Schafe, die auf nacktem Stein grasen, Salz, das Wunden aufreißt, ein Leben, das sich nicht ändert, sondern nur wiederholt.
Platzová schreibt mit tschechischer Präzision und mediterraner Wärme – die Sätze sind kurz, aber dicht, luftig und leicht. Es gibt kein Pathos, keine Sentimentalität; nur die tiefe, unaufdringliche Melancholie derer, die zu viel Vergänglichkeit gesehen haben. Die Schatten des Krieges schweben irgendwo im Hintergrund, aber sie schreien nicht – sie sind wie ferner Donner, eine Mahnung, dass alles zerbrechlich ist. Und doch liegt in dieser Zerbrechlichkeit eine seltsame Beständigkeit: Der Stein bleibt, die Schafe ziehen weiter, das Salz kristallisiert.
Dies ist ein Buch, das man langsam liest, wie Wein aus einem kleinen Glas – Schluck für Schluck, um den Geschmack zu kosten. Es gibt keine Antworten, es erklärt bis zum Schluss nichts. Es zeigt nur: So sieht das Leben aus, wenn zwei Welten aufeinanderprallen – die rast und die stillsteht. Und wenn du das Buch zuklappst, spürst du noch immer das Salz auf deinen Lippen und die Wärme des Steins unter deinen Handflächen.
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