
Pripovijetke
Die Sammlung vereint Strindbergs realistische und symbolistische Erzählungen über Liebe, Ehe, Schuld und Erlösung. Die Figuren ringen mit gesellschaftlichem Druck und ihren eigenen Schwächen und suchen nach Sinn und Freiheit.
Strindbergs Kurzgeschichten öffnen die Tür zu einer Welt, in der Alltag und Mythos sich ständig berühren. Die Sammlung vereint Texte von realistischen Skizzen von Ehe und Gesellschaft bis hin zu lyrisch-symbolischen Märchen über Wandlung.
In den Titeln des ersten Blocks – So musste es sein, Die Entschädigung, Herr Bengts Frau, Die Puppe – verfolgen wir die subtilen Risse in Beziehungen: Eifersucht, die zur Gewohnheit wird, Schuld, die einen Preis fordert und zur Annullierung führt, und die Gestalten von Ehepartnern, die die ihnen von ihrem Umfeld zugewiesenen Rollen hinterfragen. Strindberg verwendet kurze, prägnante Sätze, fängt die Gerüche bescheidener Zimmer ein, das leise Murmeln eines kleinbürgerlichen Rufs und die unangenehme Wahrheit, dass Liebe und Stolz selten in derselben Wohnung Platz finden.
Dann folgen die Geschichten, die mit der Weite der Fantasie atmen. Der Phönix, Das natürliche Hindernis und Liebe und Brot verwandeln intime Krisen in kleine moralische Parabeln: Das Alte verbrennt, das Neue erwächst aus der Asche; Begierde kollidiert mit „Vernunft“ und einem leeren Geldbeutel; Gefühl und Bedürfnis treiben einen ewigen Handel.
Der Zyklus „Aus dem Buch der Liebe“ bietet Variationen des Themas Nähe – vom ersten faszinierenden Magneten bis zum kalten Morgen, an dem das Brot gezählt wird. Es gibt auch philosophische Miniaturen wie Karma und Der Magnetberg, in denen Entscheidungen wie ein Echo zurückkehren und Anziehung und Abstoßung zwischen den Figuren unsichtbare Schicksalskarten zeichnen. In den letzten Texten Das Paradies und Undine greift Strindberg auf mythische Bilder von Wasser und Licht zurück: Reinigung, der Ruf eines anderen Lebens und die Möglichkeit, dass ein Mensch von einer Welt in eine andere „umgeschrieben“ wird.
Der Reiz dieser Sammlung liegt in der Spannung: zwischen dokumentarisch präzisen Szenen und poetischen Codes, zwischen dem distanzierten Beobachter und der verletzlichen, bekenntnishaften Stimme. Strindberg ist zugleich Chronist des jahrhundertealten Alltagslebens und Dramatiker innerer Konflikte. Seine Figuren sind widersprüchlich, lebendig, manchmal grausam, aber niemals leblos; deshalb liest sich jede Geschichte wie ein kleiner Roman.
Angeboten wird ein Exemplar
- Beschädigte Abdeckungen
- Spuren von Patina





