
Joseph Fouché: Roman jednoga političara
Joseph Fouché (1930) ist eine brillante Biografie eines brillanten und skrupellosen Opportunisten – eines Polizeiministers, der allen Regimen diente: der Revolution, Napoleon und den Bourbonen, und der zum Symbol für politische Gerissenheit und moralische
Das Werk ist keine klassische Biografie, sondern ein brillantes psychologisches Porträt eines der fähigsten und zugleich skrupellosesten Politiker der jüngeren europäischen Geschichte. Joseph Fouché (1759–1820), ein ehemaliger Priester, wurde während der Französischen Revolution zum radikalen Jakobiner, organisierte später Massenexekutionen in Lyon, diente Napoleon als Polizeiminister und schloss sich nach dem Sturz des Zaren wieder den Bourbonen an. Zweig porträtiert ihn meisterhaft als einen Mann ohne Ideale und Überzeugungen, jedoch mit einem außergewöhnlichen politischen Instinkt, kaltblütiger Intelligenz und der absoluten Fähigkeit, sich jeder Autorität anzupassen.
Zweig interessiert sich weniger für historische Fakten als vielmehr für die Psychologie der Macht. Er analysiert, wie Fouché es mithilfe von Überwachung, Erpressung, Manipulation und einem untrüglichen Gespür für den richtigen Moment schafft, alle Regime zu überstehen. Das Buch ist eine faszinierende Studie über politischen Zynismus, Ehrgeiz und die menschliche Anpassungsfähigkeit. Der Stil ist typisch Zweig – elegant, spannend, psychologisch tiefgründig und äußerst lesenswert.
In ihrer kroatischen Ausgabe von 1935 war das Buch ein großer Erfolg, da es perfekt in das intellektuelle Klima Europas am Vorabend des Zweiten Weltkriegs passte – es zeigte, wie wechselhaft die Macht der Menschen ist und Ideologien nur als Masken dienen. Joseph Fouché gilt neben Marie Antoinette und Maria Stuart als eines von Zweigs besten biografischen Porträts und als Klassiker der modernen Biografieliteratur. Heute wird es als zeitlose Studie über politische Amoralität und die Mechanismen der Macht gelesen.
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