
Solus ad solam
Solus ad solam (1910/1911) ist eine intime, lyrische Prosa, in der der Autor leidenschaftlich und erotisch seine Liebe zu einer Frau beschreibt und dabei Ekstase von Körper und Geist, poetische Verzückung und dekadente Sinnlichkeit miteinander verbindet.
Das Werk gehört zu D’Annunzios intimem, autobiografischem Zyklus und gilt als einer der intensivsten Ausdrucke seiner Liebeslyrik in Prosa. Es entstand während einer leidenschaftlichen Beziehung mit einer unbekannten Frau (in der Literatur wird sie oft mit Giuseppina Mancini oder einer ähnlichen Geliebten in Verbindung gebracht). Das Buch ist in Form eines Tagebuchs und von Liebesbriefen an „sie“ verfasst, in denen der Autor die Liebe als Religion, den Körper als Tempel und die Leidenschaft als göttliche Kraft feiert.
Solus ad solam („Allein für sie“) ist der Höhepunkt von D’Annunzios dekadenter und übermaskuliner Poetik: eine Verbindung von hoher Lyrik, erotischer Ekstase, Mystik und Narzissmus. Die Sprache ist reich, prachtvoll, voller Metaphern, archaischer Ausdrücke und sinnlicher Bilder. Das Werk verströmt ästhetischen Hedonismus, den Kult der Schönheit und die für D’Annunzio typische Übertreibung.
In der kroatischen Rezeption des Jahres 1940 galt das Buch als Beispiel für die höchste europäische Dekadenzprosa, löste aber gleichzeitig aufgrund seiner offenen Erotik und moralischen Freiheit Kontroversen aus. Für die einen war es ein Meisterwerk poetischer Prosa, für die anderen prätentiös und übertrieben.
Heute gilt Solus ad solam als eines der charakteristischsten Werke D’Annunzios aus seiner reifen Schaffensphase und als wichtiges Dokument des italienischen Dekadenzismus und Ästhetizismus zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die antiquarische Ausgabe des Verlags Velzek aus dem Jahr 1940 ist selten.
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