
Na rubu: dnevnik iz jedne tragedije
In seinem Buch „Am Rande des Abgrunds: Tagebuch einer Tragödie“ (1920) präsentiert Dragan Bublić Antikriegs-Tagebucheinträge – einen intimen Bericht über persönliche und kollektive Tragödien im Ersten Weltkrieg und in der Zeit danach.
Dragan Bublić (Garešnica, 1895 – Klagenfurt, 1987), ein kroatischer Schriftsteller und Publizist, veröffentlichte 1920 das Buch Am Rande des Abgrunds: Tagebuch einer Tragödie. Es ist sein erstes bedeutendes Prosawerk, in autobiografischem Tagebuchcharakter, das der Nachkriegsliteratur und dem frühen Expressionismus in der kroatischen Literatur zugerechnet wird.
Das Werk basiert auf Bublićs persönlichen Erfahrungen: seiner Teilnahme am Ersten Weltkrieg, dem Rückzug der serbischen Armee durch Albanien, seiner Emigration, seinem Aufenthalt in Frankreich und Tunesien sowie seiner Desillusionierung angesichts des Krieges und der Nachkriegsrealität. Das Buch schildert einen Mann am Rande des Abgrunds – physisch, psychisch und moralisch gebrochen inmitten von Kriegschaos, Hunger, Krankheit, Tod und der Sinnlosigkeit eines großen Konflikts. Bublić schildert introspektiv und expressiv den inneren Zustand eines Individuums angesichts kollektiver Tragödie, Kriegsschrecken und der Desillusionierung der Nachkriegszeit.
Die Kritiker jener Zeit (Ljubomir Micić in Zenit, Milan Ćurčin in Nova Evropi, Vladimir Jurković u. a.) erkannten das Buch als eindringliches Antikriegsdokument und als eines der ersten kroatischen Werke, das sich auf moderne, subjektive Weise mit Kriegstraumata auseinandersetzt. Der Stil ist fragmentarisch, tagebuchartig und expressionistisch geprägt – betont werden Emotionalität, Visionen, innerer Monolog und ein Sinn für Absurdität.
Am Rande zählt zu Dragan Bublićs wenigen gelungenen künstlerischen Leistungen. Spätere Werke (z. B. Attentat, Auf der Weide) wandeln sich zu Sachbüchern und Romanen mit einer deutlich politischen Tendenz. Dieses Buch ist nach wie vor ein wichtiges Dokument der Nachkriegsgeneration und ein Zeugnis des Kriegstraumas und der Desillusionierung des jugoslawischen Idealismus nach 1918.
Heute ist das Werk eine antiquarische Rarität und bei Sammlern kroatischer Literatur des 20. Jahrhunderts sehr begehrt. Es stellt ein frühes Beispiel moderner Kriegsprosa in der kroatischen Literatur dar, ähnlich wie Krležas Kriegsberichte, jedoch in einer intimeren, tagebuchartigen Form.
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