
Kad sam bio mali dječak
„Als ich ein kleiner Junge war“ von Erich Kästner ist ein autobiografischer Prosatext über die Kindheit in Dresden – ein warmherziges, humorvolles und bewegendes Buch über Familie, Erwachsenwerden, Schule und eine verschwindende Welt.
Als ich ein kleiner Junge war ist ein autobiografisches Buch, in dem Erich Kästner in seine Kindheit in Dresden zurückkehrt, einer Stadt der Ordnung, der Schulregeln und der Familienrituale, aber auch in eine Welt, die später in Kriegen und gesellschaftlichen Umbrüchen untergehen sollte. Das Buch erschien erstmals 1957 und nimmt in seinem Werk einen besonderen Platz ein, da es persönliche Erinnerungen mit derselben Klarheit, demselben Humor und derselben emotionalen Präzision verarbeitet, für die seine Kinderbücher bekannt sind.
Anstelle eines großen autobiografischen Panoramas entwirft Kästner eine Reihe kurzer Episoden aus seinen frühen Jahren: seine Beziehung zu seinen Eltern, insbesondere zu seiner Mutter, Erlebnisse in der Schule, kindliche Ängste, Schamgefühle, kindlichen Stolz, seine ersten Konflikte mit Autoritätspersonen und seine vorsichtige Entdeckung der Erwachsenenwelt. Es werden auch ganz konkrete Motive erwähnt, die dem Buch seine Lebendigkeit und persönliche Note verleihen: die Angst der Kinder vor Weihnachten, Schulspannungen, Begegnungen mit gewalttätigen Gleichaltrigen wie Richard Naumann sowie der Alltag, in dem die kindliche Sensibilität mit den Regeln und Erwartungen der damaligen Gesellschaft kollidiert. Gerade wegen solcher Szenen wirkt das Buch nicht wie verklärte Nostalgie, sondern vielmehr wie die sorgfältig rekonstruierte Innenwelt eines Jungen, der beobachtet, sich erinnert und versucht, die Menschen um sich herum zu verstehen.
Der besondere Wert des Werkes liegt im Zusammenspiel von Licht und Schatten. Kästner schreibt warmherzig und humorvoll, aber ohne sentimentale Verklärung: Hinter den zärtlichen Erinnerungen verbirgt sich das ständige Bewusstsein für die Vergänglichkeit der Zeit und die Zerbrechlichkeit der bürgerlichen Welt, in der er aufwuchs. In seinem Werk stellt dieses Buch ein wichtiges autobiografisches Gegenstück zu Jugendromanen dar, denn es zeigt, woher seine anhaltende Sensibilität für die kindliche Perspektive, seine moralische Klarheit und seine subtile Ironie rühren. Deshalb ist Als ich ein kleiner Junge war nicht nur ein Buch der Erinnerungen, sondern auch ein sehr gelungenes literarisches Porträt von Kindheit, Familie und einer historischen Zeit.
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