
Djevojke skromnih sredstava
Ein bittersüßer Kurzroman von Muriel Spark. Im Nachkriegslondon des Jahres 1945 durchlebt eine Gruppe junger Frauen in einem Internat Liebes- und Lebensdramen, bis ein tragisches Ereignis ihr Schicksal für immer verändert.
„Die Mädchen von kleinem Geld“ (erschienen 1963) zählt zu den bekanntesten und meistgeschätzten Romanen der schottischen Autorin Muriel Spark. Angesiedelt im Sommer 1945 – einer kurzen Zeitspanne zwischen dem Ende des Krieges in Europa und dem Ende des Krieges im Pazifik – schildert der Roman das Leben im London der Nachkriegszeit, das sich noch von den Bombenangriffen erholt und unter den Folgen der Knappheit leidet. Die Geschichte spielt im May of Teck Club, einem Internat für junge Frauen unter dreißig, die in der Hauptstadt für ein bescheidenes Einkommen arbeiten. Innerhalb der Mauern des Hauses verflechten sich die Schicksale einer vielfältigen Gruppe von Bewohnerinnen – von Models und Sekretärinnen bis hin zu Dichterinnen. Trotz Armut, strenger Regeln und der Tristesse der Nachkriegszeit streben sie danach, ihr Leben in vollen Zügen zu genießen und träumen von Liebe, Karriere und gesellschaftlichem Aufstieg. Spark beschreibt mit ihrem typischen schwarzen Humor und ihrer satirischen Schärfe ihren Alltag, das Ausleihen ihres einzigen Abendkleides und den Umgang mit Entbehrungen. Hinter der unbeschwerten und humorvollen Fassade offenbart sich jedoch allmählich ein düsterer Ton: Die zentrale Handlung und die plötzliche Tragödie einer Bombenexplosion enthüllen den wahren Charakter der Figuren und stellen Fragen nach Moral, Egoismus, menschlicher Natur und spiritueller Wandlung. Der Roman „Mädchen von bescheidenem Stand“ ist in einem außergewöhnlich prägnanten, eleganten und vielschichtigen Stil geschrieben und eine eindringliche und ironische Chronik einer vergangenen Zeit sowie eine meisterhafte Darstellung des Erwachsenwerdens im Schatten historischer Umbrüche.
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