
Kroz vrtna vratašca
Der junge Mann aus Chelsea umwirbt Christobel Charteris, die zehn Jahre älter ist als er und die er seit seiner Kindheit als „Tante“ kennt. Nachdem sie ihn aufgrund des Altersunterschieds zurückweist, fordert er eine „siebentägige Belagerung von Jericho“,
Durch das Gartentor (1911) ist ein Liebesroman der englischen Schriftstellerin Florence L. Barclay, der Autorin des Welterfolgs Der Rosenkranz. Der Roman ist typisch für ihren Stil – sentimental, keusch, mit starken christlichen und moralischen Untertönen, aber gleichzeitig warmherzig und emotional.
Die Hauptfiguren sind Guy Chelsea, ein energischer und entschlossener junger Mann, und Christobel Charteris, eine intelligente und unabhängige Frau. Guy kennt Christobel seit seiner Kindheit – er war ihr „kleiner blauer Junge“, und sie war seine „Tante“. Als Guy zu ihr nach Hause kommt, angeblich um ihrer Nichte den Hof zu machen, stellt sich heraus, dass er es eigentlich auf Christobel abgesehen hat. Nachdem sie ihn aufgrund des Altersunterschieds und ihrer Vorurteile überraschend zurückweist, bittet Guy sie inständig um sieben Tage Werbung – die Dauer der Belagerung von Jericho in der Bibel. Er ist überzeugt, dass ihre „Mauern“ am siebten Tag fallen werden.
Im Laufe dieser sieben Tage entfaltet sich eine zarte, tiefgründige und etwas melancholische Liebesgeschichte. Christobel kämpft mit inneren Konflikten – dem Gefühl, zu alt zu sein, Erinnerungen an Guy als Kind und der Angst vor gesellschaftlichen Konventionen. Guy hingegen beweist Reife, Beharrlichkeit und eine tiefe Liebe, die oberflächliche Hindernisse überwindet. Der Roman ist reich an subtilen biblischen Anspielungen und Gesprächen über Liebe, Opferbereitschaft und Glauben, ohne dabei belehrend zu wirken.
Barclay schildert meisterhaft die Innenwelten der Figuren, ihre Gefühle und moralischen Dilemmata. Die Geschichte ist keusch und unschuldig („ein Roman der Unschuld“), was aufgrund des Themas einer älteren Frau und eines jüngeren Mannes damals provokant war, heute aber süßlich und altmodisch wirkt. Der Stil ist typisch für die Sprache des frühen 20. Jahrhunderts – elegant, sentimental und emotional reichhaltig.
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