
Ulica večnog vetra
„Straße des ewigen Windes“ (1965) ist einer der interessantesten Romane des kroatischen Schriftstellers Milan Nikolić (1924–1970), der als „Simenon von Virovitica“ bekannt ist und als Pionier des jugoslawischen Kriminalromans der Nachkriegszeit gilt.
Der Roman spielt in Belgrad (was für Nikolić, der oft kroatische oder jugoslawische Motive aufgriff, ungewöhnlich ist), wo ein unbekannter Serienmörder systematisch rothaarige Frauen tötet. Die Opfer verbindet dieses körperliche Merkmal, das auf eine tiefe Psychopathologie und eine krankhafte Obsession des Täters hindeutet. Die Geschichte folgt einer spannungsgeladenen, von falschen Fährten, unerwarteten Wendungen und dunklen Geheimnissen der Vergangenheit geprägten Untersuchung (vermutlich durch die Polizei oder einen Privatdetektiv).
Nikolić verknüpft hier eine klassische Kriminalhandlung mit Elementen des Horrors und des Psychothrillers: Die Atmosphäre ist düster, die „ewig windigen“ Straßen Belgrads symbolisieren Rastlosigkeit, Vergänglichkeit und die Unfassbarkeit des Bösen. Das Motiv der rothaarigen Frauen verleiht dem Roman eine fast fetischistische, krankhafte Dimension und macht ihn düsterer als seine reinen Detektivromane wie „Der Hahn im Fenster“ oder „Die vier toten Sheriffs“.
Der Stil ist dynamisch und temporeich, beeinflusst von Simenon (psychologische Tiefe) und Spillane (Action und Zynismus), aber mit einem Hauch Balkan und dem Retro-Charme der 1960er Jahre. Kritiker heben die komplexe Motivationsstruktur und die Genremischung hervor, was das Werk zu einem der beliebtesten unter den Fans jugoslawischer Kriminalromane macht. Es zählt zu den Schlüsselwerken des jugoslawischen Noir-Genres und legt den Fokus auf die Psychopathologie des Bösen und die Unruhen in den Städten.
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